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TEAM
08.11.2018 Gotham City & New York
the daily news
Fake News Breaking NOW
Es begann an einem ganz normalen Tag. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich wie jeden Morgen die Brötchen in den Ofen schob und den Fernseher anmachte um die täglichen Nachrichten zu sehen. Ohne zu wissen, was mit mir geschah jagte gefühlt ein Tornado durch meine Wohnung. Blätter flogen durch die Gegend und bevor ich irgendetwas realisieren konnte stand ein Mann vor mir. Nicht etwa ein normal gekleideter, nein, ein stechend rotes Kostüm mit einem Blitz auf der Brust schien seinem Körper angegossen zu sein. Kurz davor in Ohnmacht zu fallen, starrte ich den Fremden einfach nur an. Jener tat das selbe, bis er irgendwann das Wort ergriff, sich als Barry Allen vorstellte und fragte in welchem Universum er gerade gelandet sei. Hätte ich sein Auftauchen nicht mit eigenen Augen gesehen, würde ich ihn für einen Spinner erklären, doch seine Taten und Worte überzeugten mich vom Gegenteil. Er erklärte, dass ich mit in ein Universum kommen sollte, um die Geschehnisse dort nieder zu schreiben. Natürlich war ich kritisch, woher er wusste, dass ich Autor und Journalist war, doch nachdem er mir von Paralleluniversen erzählte hatte, schien dies das kleinste Fragezeichen in meinem Kopf zu sein. Fasziniert von seinen Erzählungen nahm ich wie gebannt seine Bitte an und bevor ich noch ein Wort sagen konnte, befand ich mich nicht mehr in meinem Zuhause, nein, es war eine gänzlich andere Welt, das wusste ich schon ohne viel davon gesehen zu haben. Der Mann in Rot führte mich zu einem Turm, auf dem ein gigantisches A die Nacht erhellte. Willkommen im Avengers Tower hatte er nur gesagt und meine Faszination wuchs stetig weiter. Mir wurden kurze Zeit darauf einige Gestalten vorgestellt, die in meinem Universum nur in Comicbüchern existierten. Doch sie erklärten mir, dass ich eine Aufgabe hatte; Aus unbekannten Gründen waren zwei Universen kollidiert und hatten ein neues Universum erschaffen, ein Mix aus beiden. Geschichten, die aus meiner Welt zu stammen schienen, waren hier anders abgelaufen; Weltkriege, Kulturen und Organisationen, die ich wiedererkannte, jedoch anders verlaufen waren, genau genommen waren sie sogar in den jeweiligen Universen unterschiedlich. Erst die Gegenwart fügte die beiden zusammen. Doch die Gedächtnisse der Leute ihres alten Zeitstrangs blieben erhalten.
WEATHER

GOTHAM CITY: bewölkt, 13 Grad NEW YORK CITY: nebelig, 12 Grad

#1

Schankraum

in The Green Shield Pub 06.09.2018 11:08
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Ein kleiner gemütlicher Raum, dessen Wände grob verputzt sind und bis etwa auf halbe Höhe mit Holz vertäfelt sind. Die Decke wird durch große Balken gehalten, deren Pfeiler im ganzen Raum verteilt stehen und überall finden sich alte Fotos, antike Werbetafeln und Wimpel verschiedener Rugby-Vereine. Der Barbereich ist ebenfalls komplett aus Holz gefertigt worden und vor dem Tresen stehen Hocker, deren Lederbezüge schon bessere Zeiten gesehen haben. Alles in allem mutet es wie ein Pub in Irland an, vor allem wenn abends die Live-Musik beginnt.



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#2

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 12.09.2018 12:38
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Einstieg

Es versprach ein ruhiger Abend und eine ebenso ruhige Nacht zu werden. Sah man von den üblichen Stammgästen ab, die sich wie jeden Abend in dem Pub trafen, war es für einen Freitag ziemlich leer. Aber die jungen Leute verirrten sich selten hierher, wollten sie doch lieber die aktuellsten Lieder hören und dazu tanzen, statt live traditionelle irische Folklore in einem zu den hiesigen Nachtclubs winzigem Raum zu erleben. Kilian war trotzdem stolz auf seinen kleinen Pub, der nun schon seit mehreren Jahrzehnte existierte und zu einem festen Teil des Viertels geworden war. Es war ein kleines Stück Heimat, etwas das ihn an das erinnerte, was er hatte hinter sich lassen müssen. Der Pub und die Erde, die er immer bei sich tragen musste, waren alles, was neben seinen rötlichen Haaren auf sein irisches Erbe schließen ließen. Es gelang ihm gar in Gegenwart anderer ohne den seinen Leuten eigenen Akzent zu sprechen, was angesichts der langen Jahre, die er schon in Übersee lebte fast schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden war. Genauso wie er irgendwie seine eigene Andersartigkeit irgendwann begonnen hatte anzunehmen und für sich selbst einen Weg gefunden hatte damit zu leben. Niemand, der ihn kannte, wusste, dass er mehr als nur ein gewöhnlicher Mann war, der hinter der Bar Guinness abfüllte und immer für einen Scherz zu haben war. Wenn es nach Kilian ging, sollte es auch so bleiben.

Heute Abend spielte keine Band. Die Musik, die den Raum erfüllte kam aus den Lautsprechern. Es war ohnehin kaum wer da, der zuhörte. Die Gruppe Senioren, die sich abseits der Theke in einer Ecke versammelt hatte, war zu sehr mit sich und ihren Geschichten aus vergangenen Tagen beschäftigt um überhaupt zu bemerken, dass Musik spielte. Kilian selbst pendelte immer wieder zwischen dem Büro und der Theke, ein Telefon zwischen Schulter und Ohr geklemmt. Doch auf der anderen Seite ging niemand ran, egal wie oft er es versuchte, er erreichte niemanden. Weniger war es der späten Stunde zuzuschreiben, war derjenige, den er zu erreichen versuchte mindestens ebenso nachtaktiv wie er selbst als dass er aus welchen Gründen auch immer nicht ans Telefon gehen konnte. Dabei war es eine dringliche Angelegenheit. Genau genommen ging es um sein Leben oder vielmehr das, was ihn am Leben erhielt: Blut. Es war schon schlimm genug davon abhängig zu sein, aber die Vorstellung einen Menschen beißen zu müssen um es anschließend zu trinken, ließ in ihm eine noch viel größere Abscheu entstehen als es allein der Gedanke an die tiefrote, klebrig metallische Substanz ohnehin schon in ihm auslöste.

Schließlich gab er frustriert, aber auch wütend nach unzähligen Versuchen auf und warf in seinem Zorn das Telefon quer durch den Raum gegen eine Wand, wo es abprallte und zu Boden fiel. Statt es aufzuheben, widmete er sich der Theke, die er wie so oft, wenn er Ablenkung brauchte zu wischen begann.

@Lisa Snart


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#3

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 12.09.2018 19:17
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Bereits vor einigen Tagen war Lisa in New York angekommen. Seitdem sie in der Unterwelt von Central City Gerüchte vernommen hatte, dass ihr totgeglaubter Bruder doch irgendwie überlebt hätte, war sie auf der Suche nach ihm, um sich selbst davon zu überzeugen. Einige Kleinkriminelle hatten ihr diverse Tipps gegeben, die sie in die verschiedensten Städte führten. Doch zwei Wochen zuvor hatte sie einen erneuten Tipp bekommen, von dem sie sich mehr versprach, weshalb sie sich auf den Weg nach New York machte.
Doch wie sollte sie ihn in dieser riesigen Stadt finden?
Eigentlich war es nie ihre Art, ihrem Bruder hinterher zu rennen, wie ein dressiertes Hündchen, aber die Nachricht von seinem vermeintlichen Tod hatte sie zutiefst erschüttert, dass nun nach jedem Strohhalm griff, um sich selber vom Gegenteil zu überzeugen.
Seit vier Tagen durchkämmte sie nun schon die ihr fremde Stadt, um einen neuen Hinweis zu finden, was sich jedoch bedeutend schwerer herausstellte, als sie es sich gedacht hatte.
Hier in New York kannte sie niemanden, weshalb sie meist ziellos durch die Straßen wanderte. Lisa glaubte nicht daran, ihren Bruder an den berühmten, von Touristen und Einwohnern beliebten, Orten New York’s zu finden, weshalb sie eher abseits der Hauptstraßen suchte.
Frustriert von der ergebnislosen Suche, fiel sie Abend für Abend ins Bett des kleinen, leicht schäbigen Zimmers in der Absteige, wo sie sich für ihre Suche einquartiert hatte.
Das Hotel, so nannten es die Besitzer, war unscheinbar und leicht schäbig. Der Altbau sah von außen wenig einladend aus, jedoch war ihr Zimmer stets sauber und der Preis, den sie ausgehandelt hatte war annehmbar.
Nach einem langen Tag ergebnisloser Sucherei und Lauferei kam Lisa am späten Abend an einem Pub vorbei. Einem Impuls folgend blieb sie stehen und musterte das Schild über der Tür, welches den Namen des Etablissements verkündete.

Kurz dachte sie darüber nach weiter zu gehen, doch irgendetwas zog sie in diesen Laden und gelaufen war sie heute weiß Gott genug, da hatte sie sich einen Drink mehr als verdient.
Einen Augenblick später hatte sie auch schon die Tür geöffnet und sofort drang melodische Musik an ihre Ohren, nicht aufdringlich, sondern sehr passend für den kleinen Schankraum mit seinen grob verputzten Wänden. Die Holzvertäfelung verlieh dem Pub das gewisse Etwas an Gemütlichkeit und zu ihrer Erleichterung war es für einen Freitagabend annehmbar leer. Menschenansammlungen waren ihr schon immer ein Graus, weshalb sie die Luft, die sie unbewusst angehalten hatte, nun langsam entweichen ließ und still durch den Raum ging, der eine faszinierende Ruhe ausstrahlte. Lisa entschied sich für einen Barhocker, welcher wohl schon einige Jahre seinen Dienst getan hatte, ganz am Ende der Bar und ließ den Blick etwas durch den Raum schweifen. In der entgegengesetzten Ecke saßen einige Senioren, die sich offensichtlich gut amüsierten, aber sich nicht für den Neuankömmling interessierten. Ihr Blick wanderte weiter, über die Wände, blieb an einigen der Fotos hängen und verweilte dort.
Von einer Bedienung war weit und breit nichts zu sehen, weshalb sie sich weiter mit den zahlreichen Dekorationen beschäftigte, die wie sie fand, sehr zur gemütlichen Atmosphäre des Pubs beitrugen. Die leise Musik, die aus den Boxen kam, vermochte sie irgendwie zu entspannen. Eine wahre Wohltat, nach dem langen Tag der erfolglosen Suche, nun den Tag hier mit einem Drink, Musik und vor allem entspannt zu beenden.
Ihre innere Ruhe verschwand jedoch schlagartig, als sie einen Knall aus einem Nebenraum wahrnahm, der sie aufmerksam werden ließ.
Ihr Blick wanderte wieder zum Tresen, wo nun ein Mann, den sie nur als gutaussehend bezeichnen konnte, stand und der die Theke wischte. Offensichtlich hatte er sie noch gar nicht wirklich wahrgenommen, weshalb sie ihn einen Augenblick musterte, analysierend und aufmerksam. Ihn schien diese gleichförmige Bewegung zu entspannen, denn irgendetwas sagte ihr, dass er den Knall zuvor verursacht hatte und etwas ihn aufgewühlt haben musste. Erst nach einigen Augenblicken, die sie ihn bei seiner Tätigkeit beobachtet hatte, machte sie sich leise bei ihm bemerkbar.

“Hey. Könnte ich einen Whiskey bekommen? Auf Eis… Bitte?!”


@Kilian Sullivan




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#4

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 14.09.2018 08:46
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

In dem kurzen Augenblick als die Wut und der Zorn auf den Mann, der ihn bisher immer mit Blutkonserven versorgt hatte, übermächtig wurden, trat sein wahres Ich zum Vorschein, das mehr Bestie als Mensch war. Glücklicherweise geschah dies ungesehen im hinteren Bereich des Pubs und so bekam keiner der Gäste mit wie sich das sonst so anmutige Gesicht in eine Maske verwandelte, die nur Abscheu und Angst erzeugt. Es war nicht nur seine Gesicht, das sich veränderte, sondern sein ganzer Körper vollzog eine Verwandlung, wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Lange Klauen ersetzten die Hände, der Rücken gekrümmt und aus den Schultern wuchsen Flügel, deren Spitzen ebenfalls mit scharfen Krallen besetzt waren. Das war es, was er wirklich war und so sehr hasste. Die Kontrolle zu verlieren, das war seine größte Angst und erzeugte gleichzeitig nur noch mehr Wut in ihm. Es war ein ewiger Kreislauf, den er seit beinahe nun schon 500 Jahren durchlebte und aus dem es keinen Ausweg gab. Keinen, der sich mit seinem Glauben vereinbaren ließ, denn sich selbst das Leben zu nehmen, das war die größte aller Sünden. So verlockend es ihm auch an manchen Tagen schien, sich selbst einfach einen Pflock ins Herz zu treiben umso größer wurden die Zweifel ob es wirklich der richtige Weg war diesem elenden Dasein ein Ende zu bereiten. Ein endgültiges Ende.

Vertieft in das Schrubben der Theke bekam er nicht mit wie sich ein weiterer Gast einfand. Es gab da diesen einen hartnäckigen Fleck, der sich trotz größter Anstrengungen nicht entfernen lassen wollte. Immer und immer wieder wischte, kratzte und polierte er diese Stelle, doch ohne Ergebnis. Der Fleck blieb wo er war. Erst als er eine leise Stimme vernahm, registrierte er, dass jemand auf der anderen Seite der Bar saß. Resignierend ließ er den Lappen liegen und hob den Kopf um einer jungen blonden Frau direkt in die Augen zu blicken. Im ersten Moment wusste er nicht recht wie er reagieren sollte, war er gedanklich doch immer noch ganz woanders. Vor allem aber machte ihm der Hunger zu schaffen, den er nur durch das Trinken eben jener verhassten Flüssigkeit stillen konnte. Jenem wertvollen Saft des Lebens, der durch die Adern der jungen Frau floss und den er glaubte riechen zu können. Alles in ihm drinnen drängte danach davon zu kosten und für einen winzig kleinen Moment übernahm der Vampir in ihm die Kontrolle. Es war ein schreckliches Gefühl ihm ausgeliefert zu sein, Zuschauer in seinem eigenen Körper zu sein und diese Gedanken zu haben.

Energisch schüttelte Kilian den Kopf, vergaß jedoch dass er um etwas zu trinken gebeten worden war und seufzte abermals. „Hey ...“, sprach er schließlich und rang sich zu etwas durch, was ein Lächeln sein sollte. „Whiskey auf Eis? Ein ungewöhnlicher Wunsch, wenn man bedenkt, dass wir Iren Whiskey immer pur trinken. Aber ich kann Ihnen gern ein Glas machen. Einen Moment nur …“ Mit hektischen, beinahe schon fahrigen Bewegungen machte er sich daran ein Glas aus dem Regal zu nehmen und griff nach der Flasche mit der intensiv goldenen Flüssigkeit. Dass seine Hände dabei wie Espenlaub zitterten, konnte er trotz all der Mühen es zu verbergen, nicht verhindern und er hoffte nur, dass sie ihm nicht all zu genau zusah.

@Lisa Snart


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#5

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 14.09.2018 20:08
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Als er ihr so unvermittelt direkt in die Augen blickte, musste sie sich zunächst etwas sammeln, denn irgendetwas in seinem Blick ließ sie noch aufmerksamer und wachsamer werden, als sie es ohnehin - Vergangenheit sei Dank - schon war.
Sie konnte nicht genau benennen, was an seinem Blick diesen Impuls in ihr ausgelöst hatte, dennoch ließ sie ihn nun nicht mehr aus den Augen und die Finger ihrer rechten Hand tasteten langsam zu ihrer Waffe im Oberschenkelholster, jedoch nur um sich selbst ein wenig Sicherheit zu geben. Sie hatte nicht vor, von der Waffe Gebrauch zu machen, doch das kühle Metall unter ihren Fingern gab ihr einfach immer ein Stück Sicherheit, schließlich musste sich eine Frau ja selbst verteidigen können.
Doch so schnell dieses unwohle Gefühl auch kam, so schnell war es wieder verflogen, als sie ihn fasziniert dabei beobachtete, wie er offensichtlich mit sich selber rang, ehe er sie begrüßte und sich an einem Lächeln versuchte. Dieses kleine, versuchte Lächeln erinnerte sie in dem Moment so sehr an ihren Bruder, dass es ein Fünkchen Wärme in ihrer inneren Kälte, in ihrem inneren Schmerz, hinterließ. Es war wirklich unglaublich, wie sehr sie ihren großen Bruder vermisste. Auch wenn ihr Verhältnis zueinander selten harmonisch war, so war er doch ihre Familie. Der Mensch, der auf sie aufpasste und sie schützte. Er musste einfach überlebt haben und sie hoffte noch immer, dass die Gerüchte wahr waren.

Sie horchte allerdings auf und tauchte aus ihren Gedanken auf, als er davon sprach, dass ihr Wunsch ein Ungewöhnlicher gewesen wäre, denn bisher hatte sie immer nur billigen Whiskey getrunken um abzuschalten und der war ohne Eis wirklich kaum genießbar. Es ging ihr nicht um guten Geschmack oder einen hochwertigen Drink, sondern lediglich um die Wirkung des Alkohols.
Doch viel mehr interessierte sie sich eigentlich für die darauffolgenden Worte von ihm.
Er war also angeblich Ire. Dabei hatte sie bei ihm keinerlei Akzent bemerkt, was sie schon echt verwunderte, denn normalerweise waren gerade solche Dinge immer das erste, was ihre Aufmerksamkeit anzog. Dennoch musste sie sich eingestehen, dass sie ihn irgendwie interessant fand, weshalb sie ihre, in den letzten Jahren des Öfteren stille Art an den Nagel hing und sich auf einen Smalltalk einließ. Die lange Zeit ohne soziale Kontakte hinterließ offenbar langsam Spuren.

„Du… Äh... Sie sind Ire?”
Während sie darauf wartete eine Antwort zu erhalten, sah sie ihm dabei zu, wie er sich ein Glas griff und die goldene Flüssigkeit in eben jenes schüttete. Das seine Hände dabei zitterten, war für sie deutlich sichtbar und ließ sie nachdenklich werden.
Ging es ihm gut? Er wirkte tatsächlich etwas neben der Spur.
Natürlich war es nicht ihr Problem, aber sie hatte sich nun einmal gerade diesen gemütlichen Pub ausgesucht, um den Abend ausklingen zu lassen und sie konnte nicht verleugnen, dass der Mann hinter dem Tresen etwas Geheimnisvolles ausstrahlte und ihr etwas Kontakt der sozialen Art, nach den vielen Wochen in denen sie allein auf der Suche war, vermutlich auch mal gut tun würde.
Kurz schaute sie sich im Gastraum um, doch außer den Senioren in der anderen Ecke des Pubs, die nur mit sich beschäftigt waren, war der Raum noch immer leer.
Dies nahm sie zum Anlass, sich leicht über den Tresen zu lehnen und nun direkt in seine grünlichen Augen zu schauen.
„Ist alles ok?”, fragte sie ruhig und deutete auf seine noch immer leicht zitternden Hände.

@Kilian Sullivan i




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#6

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 17.09.2018 18:29
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Ihm entging trotz seines Zustands nicht die Bewegung ihrer Hand und auch wenn er wegen des Tresens, der zwischen ihnen stand, nicht erkennen konnte wonach sie genau griff, glaubte er zu wissen, dass es nur eine Waffe sein konnte, die sie bei sich trug. Zu seinem eigenen Erstaunen beunruhigte ihn dieser Gedanke nicht oder löste gar Angst in ihm aus. Sie konnte ihn nicht töten, allenfalls verletzen und selbst dazu brauchte es viel Geschick. Anders als sie konnte er nicht sterben, nicht auf normale Art und Weise. Es war Teil dieses Fluchs, denn als nichts anderes sah er das an, zu dem er vor 500 Jahren gemacht worden war. Er war weder lebendig noch tot und schlimmer noch als das, waren der ewige Hunger und die Bestie, die ebenso zu einem Teil von ihm geworden war. Beide zusammen trieben ihn schier in den Wahnsinn und stellte seine Willenskraft jeden Tag von Neuem auf die Probe. Und jedes Mal, wenn der Hunger zu übermächtig und die Wut zu groß wurden, glaubte er ein Stück mehr von dem, was er sich an Menschlichkeit hatte bewahren können zu verlieren. Niemand aus seinem Umfeld wusste um sein Geheimnis. Einzig sein Lieferant, der ihn mit den so dringend notwendigen Blutkonserven versorgte, kannte sein wahres Wesen, war er doch wie er auch ein Vampir. Aber aus welchen Gründen auch immer war der Kontakt zu ihm seit geraumer Zeit abgebrochen und es kamen keine neuen Lieferungen mehr an. Das wiederum brachte ihn in eine Zwickmühle …

Das plötzliche Erscheinen der jungen Frau und ihr ungewöhnlicher Wunsch brachten nicht nur Abwechslung, sondern auch die Möglichkeit mit sich diesem quälenden Hunger zumindest kurzzeitig ein Ende zu bereiten. Es war so einfach sie zu packen, bewegungsunfähig zu machen und sich an ihrem Blut satt zu trinken. Das Verlangen danach es zu tun wurde für einen kurzen Augenblick übermächtig, so dass Kilian froh war sich von ihr abwenden und der Zubereitung ihrer Bestellung widmen zu können. Alles in ihm schrie förmlich danach über sie herzufallen und je mehr er sich gegen dieses Verlangen versuchte zu wehren, desto mehr zitterten seine Hände.

„Warum so überrascht?“, versuchte er seine eigene Anspannung mit Humor zu überspielen und warf der jungen Frau einen spöttischen Blick über die Schulter zu. „In New York leben viele Iren. Vor allem während des 19. Jahrhunderts, als England Irland durch Hunger zur Kapitulation zu zwingen, kamen viele in der Hoffnung auf ein besseres Leben hierher. Oder lehrt man diesen Teil der Geschichte nicht an der High School?“ Mit geschickten Bewegungen füllte er den Whiskey aus der Flasche in ein Glas und nahm einige Eiswürfel aus der Kühlbox. „Bittesehr.“, meinte er schließlich und stellte den Drink vor ihr hin. Ihre Frage negierte er absichtlich. Es ging ihm gut, es musste ihm gut gehen und dies bewies er mit einem Lächeln, welches er offen nach außen hin zeigte.

@Lisa Snart


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#7

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 17.09.2018 19:29
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Sie hörte seiner Erörterung über diesen Teil der englisch-irischen Geschichte still zu und rollte etwas mit den Augen.
Natürlich hatte sie schon davon gehört, auch wenn sie nicht die beste Schülerin war, als sie zur High School ging. Gab es doch für ihren Vater damals Wichtigeres, als seine Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken. Lieber ließ er sie für seine Zwecke an seinem kriminellen Leben teilhaben und brachte ihnen seine Tricks bei.
„Danke für die Geschichtsstunde, Herr Lehrer…”, sagte sie stattdessen mit vor Sarkasmus triefender Stimme und einem frechen Grinsen auf den Lippen.
„Du hast keinen Akzent, deshalb die Frage... Es ist schwer diesen komplett loszuwerden”, klärte sie ihn über ihre Frage auf.

Als er den Drink vor ihr abstellte, wanderte ihr Blick zu dem Glas mit der goldenen Flüssigkeit, in der sich das Licht leicht spiegelte. Fasziniert beobachtete sie einen Tropfen Kondenswasser, der auf der Außenseite des Glases langsam den Weg Richtung Tresen fand. Diese Ruhe im Pub gefiel ihr, denn New York war eine viel zu laute, viel zu volle und viel zu hektische Stadt für ihren Geschmack.
Auch wenn in ihrer Erziehung vermutlich vieles falsch gelaufen war, so war sie dennoch nicht gänzlich ohne Manieren aufgewachsen. Sie riss ihren Blick von dem Glas los und bedankte sich leicht lächelnd bei ihm.
Ihr war nicht entgangen, dass er auf ihre letzte Frage nicht geantwortet hatte, doch nochmal nachfragen würde sie auch nicht, auch wenn sie mitunter ein neugieriger Mensch war.
Warum auch sollte er ihr etwas über sein Befinden erzählen, er ist ein Barkeeper und sie eine Fremde, die zufällig vorbeigekommen war.
Auch wenn sie nicht leugnen konnte, dass sein Lächeln, welches er ihr präsentierte, wirklich sympathisch war.
Und falls es noch so etwas wie Anspannung in ihr gab, so verließ diese sie nun nach und nach und sie entspannte sich merklich auf dem Barhocker.

Mit einem Blick in seine Augen, hob sie ihr Glas und deutete ein Zuprosten an, ehe sie das Glas ansetzte und einen Schluck von dem Whiskey probierte.
Ein Ausdruck von Überraschung zierte ihr Gesicht, denn dieser Whiskey war wirklich eine wahre Wohltat, kein billiger Fusel, der nur dazu diente betrunken zu werden, sondern ein wirklich guter Drink. Sie konnte verschiedene Geschmacksnoten ausmachen und war angenehm überrascht, dass Whiskey so gut schmecken konnte.
Dies war wahrlich der richtige Drink um ihn zu genießen und sich nach dem harten Tag selbst zu belohnen.
Ein anerkennendes Lächeln lag auf ihren Zügen, als sie sich wieder an ihr Gegenüber wendete.
„Das ist ein wirklich guter Whiskey. Ich wusste gar nicht, dass man die auch genießen kann. Die Sorten, die ich bisher getrunken hatte, dienten nur dazu betrunken zu werden. Der Geschmack allerdings war grausig” , gab sie belustigt zu.

@Kilian Sullivan




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#8

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 20.09.2018 16:13
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Dass sie mit den Augen rollte, entging ihm keineswegs. Ihre Worte unterstrichen diese Geste nur noch und er musste sich selbst in diesem kurzen Augenblick auf die Zunge beißen um keine all zu bösartige Antwort zu geben. Immerhin war sie sein Gast und er erhoffte sich einen gewissen Umsatz durch sie. Nichts desto trotz musste er sich nicht alles gefallen lassen, weswegen er als Ausdruck seines Missmuts die Mundwinkel nach unten zog um sich dann doch zu einem übertrieben freundlichen Lächeln hinreißen zu lassen. „Gern geschehen. Wobei Lehrer überhaupt kein Beruf für mich wäre … ohnehin habe ich es nicht so mit Menschen.“, entgegnete er und hob schließlich eine Augenbraue als sie ihn auf seinen nicht vorhandenen Akzent ansprach. „Die erste und wichtigste Regel, wenn man nach Amerika kommt: passe dich an. Bewege dich wie ein Amerikaner, denke wie ein Amerikaner und noch viel wichtiger, sprich wie ein Amerikaner. Ansonsten kommt man nicht weit.“ Ob dem nun wirklich so war, wusste er nicht zu sagen. Er hatte nur seine eigenen Erfahrungen und einige wenige Erzählungen anderer Einwanderer als Vergleich zur Hand.

Abwartend beobachtete er die junge Frau dabei wie sie das Glas aufnahm, ihm kurz zuprostete und schließlich einen Schluck daraus nahm. Noch ehe sie etwas sagte, konnte er ihrem Gesichtsausdruck entnehmen, dass ihr der Whiskey schmeckte. Sie lobte diesen sogar und Kilian konnte nicht anders als sein charmantestes Lächeln zu zeigen. Innerlich war ihm jedoch nicht nach Lachen zumute. Der Hunger zerrte an ihm und ließ die Kluft, die ihn von der Bestie, die tief in ihm schlummerte, mit jedem Tag, der verging kleiner werden und sie näher kommen. Noch konnte er sie auf Abstand und somit unter Kontrolle halten, doch er wusste nicht zu sagen wie lange noch. Seine Kräfte schwanden und bald schon würde er sich ihr stellen müssen. Allein der Gedanke daran sich unkontrolliert zu verwandeln, nicht mehr Herr seiner selbst sein zu können, erzeugte eine tiefe Angst in ihm, die er nur schwer nach außen hin verborgen halten konnte. Nur allzu gut erinnerte er sich an das letzte Mal als er jede Kontrolle über sich verloren hatte. Hunderte, wenn nicht Tausende waren seiner Raserei zum Opfer gefallen und er wusste bis heute nicht wie er gestoppt worden war oder vielmehr was ihn dazu gebracht hatte aufzuhören.

Um diesen scheußlichen Gedanken und die Bilder, die unweigerlich damit verbunden waren, wieder dorthin zu verbannen, wo sie her gekommen waren, schüttelte er den Kopf kurz, aber heftig. „Dann hast du allem Anschein nach noch nie irischen Whiskey getrunken. Auch für wenig Geld kann man einen guten Tropfen bekommen, wenn man weiß wonach man suchen muss.“, erwiderte er auf ihr Lob hin und sah sie prüfend an. Dann drehte er sich ohne ein Wort herum, goß sich selbst ein Glas ein und kam um den Tresen herum und setzte sich neben ihr auf einen Hocker.“Und man sollte ihn immer in Gesellschaft trinken.“ Lächelnd hob er sein eigenes Glas um ihr nun wiederum zuzuprosten. „Kilian O'Sullivan oder einfach Killian.“, meinte er schließlich und hielt ihr eine Hand hin.

@Lisa Snart


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#9

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 21.09.2018 20:31
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Ein kleines Schmunzeln legte sich auf ihre Lippen, als ihr Gegenüber erwähnte, dass Lehrer so gar kein Beruf für ihn wäre und er Menschen nicht wirklich möge.
„Dann hast du ja als Barkeeper den richtigen Job”, erwiderte sie amüsiert. „Da hat man ja auch rein gar nichts mit Menschen zu tun…” Die Ironie in ihrer Stimme triefte mal wieder deutlich, ohne dass sie sie hätte aufhalten können. Viele Menschen hatten damit ein Problem, trotzdem konnte und wollte sie diese Art an sich nicht unterdrücken. Es gehörte halt zu ihr, so wie jeder Mensch irgendwelche Macken hatte.
Als er ihr dann erzählte, wie man sich als Ausländer in Amerika anzupassen hätte, um nicht aufzufallen, nickte sie zustimmend, denn sie hätte es ihm wirklich nicht angemerkt, hätte er ihr nicht erzählt, dass er Ire ist. Wenn sie ehrlich war, war sie fasziniert davon, dass er es geschafft hatte, seinen Akzent und seine Herkunft so vollkommen zu verbergen, denn das zeugte entweder von sehr viel Schauspieltalent oder einer hohen Lebenserfahrung. Allerdings schätzte sie ihn kaum älter als sich selber, weshalb seine Lebenserfahrung wohl nicht höher waren als ihre Eigene.
Schließlich musste sie sich auch schon des Öfteren bedeckt halten und auch verstellen, um nach einem durchgezogenen Coup nicht doch erkannt und erwischt zu werden.
Was das anging hatte sie einiges von ihrem Vater und noch viel mehr von ihrem großen Bruder gelernt.
Und da waren die Gedanken wieder. Konnte es wirklich sein, dass ihr großer Bruder, wie durch ein Wunder, diese Explosion vor drei Jahren doch überlebt hatte?
Aber hätte er sich nicht dann schon längst bei ihr gemeldet? Realistisch gesehen, hätte er sich bestimmt gemeldet, aber eine kleine Stimme in ihr konnte und wollte diesen kleinen Funken Hoffnung, die durch noch so kleine Gerüchte immer wieder geschürt wurden, nicht aufgeben.

Um den Gedanken abzuschütteln, schüttelte sie kurz den Kopf, ehe sie sich wieder auf ihr Gegenüber konzentrierte und sie konnte nicht umhin festzustellen, dass ihr sein charmantes Lächeln schon auf irgendeine Art gefiel.
Allerdings machte sie sich da absolut keine Illusionen, schließlich wollte er damit bestimmt nur bezwecken, dass sie Geld im Pub ließ und sich noch zu ein paar weiteren Drinks hinreißen lassen würde, denn offensichtlich war der Pub zur Zeit nur wenig besucht, was für sie aber gerade der Grund war, warum sie sich hier immer wohler fühlte.
Auch seine Erklärungen über den guten irischen Tropfen trugen eindeutig dazu bei, dass dies ausnahmsweise mal ein netter Abend werden würde.
„Vielleicht brauche ich nur mal einen Crash-Kurs zum Thema Whiskey”, gab sie mit einem Grinsen zurück, was ihm wohl sagen sollte, dass sie seinen Ausführungen mit einem gewissen Interesse gefolgt war.
Auch seinem prüfenden Blick hielt sie stand und ließ sich sogar, herausgefordert durch eben jenen, zu einem kleinen Lächeln hinreißen.
Interessiert beobachtete Lisa daraufhin, wie er sich ohne ein weiteres Wort umdrehte und ein weiteres Glas mit der goldenen Flüssigkeit füllte.
Als er dann ohne ein weiteres Wort um den Tresen kam und sich neben sie setzte, war sie nun doch etwas überrascht, jedoch im positiven Sinne.
Er wurde ihr von Minute zu Minute sympathischer, als er ihr dann auch noch näher brachte, dass man Whiskey am Besten in Gesellschaft genoss, wurde ihr Lächeln sogar sehr herzlich.
„In Gesellschaft trinkt es sich doch immer besser”, war ihre Antwort auf seine Aussage, ehe sie ebenso ihr Glas anhob und ihm wieder in die Augen sah.

„Sehr erfreut, Kilian O'Sullivan. Mein Name ist Lisa.”
Ihren Nachnamen würde sie, wie sonst auch, für sich behalten, schließlich eilte der Ruf ihres Nachnamens ihr meist meilenweit voraus, was allerdings selten an ihr, sondern viel mehr an den Machenschaften ihres Erzeugers oder denen ihres großen Bruders, lag.
Forschend, aber doch erfreut nahm sie seine Hand und drückte sie sanft, ehe sie seine Hand nach einem letzten Blick in seine Augen wieder los ließ und sich nun noch einen kleinen Schluck von dem Whiskey gönnte. Das sie diesen genoss, konnte man wohl an ihrem Gesicht deutlich ablesen. Dieser Drink war wirklich eine Wohltat und zum Genießen da.

@Kilian Sullivan




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#10

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 26.09.2018 13:54
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Amüsiert, aber auch skeptisch zugleich hob Kilian eine Augenbraue und zeigte dabei ein schiefes Grinsen. Es war nicht unbedingt so, dass er grundsätzlich allen Menschen aus dem Weg ging, jedoch suchte er nicht zwingend den Kontakt zu ihnen. Seit seiner Verwandlung vor nunmehr beinahe 500 Jahren fühlte er sich weniger denn je als einer von ihnen und hielt sich so gut es eben ging fern von den Menschen. Weniger aus Angst, als dass es ihm ohnehin schon schwer fiel sich selbst unter Kontrolle zu halten, der Versuchung zu widerstehen dem Drang seinen ewigen Hunger zu stillen nachzugeben und somit sein wahres Ich zu verraten. Er wollte nicht als die Bestie gelten, die er nun einmal war. Hier in seinem kleinen Pub fühlte er sich sicher, fernab der Massen an Menschen, die in einer so großen Stadt wie New York lebten und denen man nur schwer aus dem Weg gehen konnte. Nur wenige Leute verirrten sich abends hierher und meist waren es eh immer dieselben. Die junge Frau bildete da eine Ausnahme, wenn auch eine willkommene.

„Ja, habe ich.“, bestätigte er ihre Aussage und sein Lächeln wurde eine Spur breiter. „Ich kann mir aussuchen wen ich bediene und wen nicht. Als Lehrer muss man sich den Kids stellen, die einem zugewiesen werden, ob man nun will oder nicht und als Dank bekommt man noch ein Messer zwischen die Rippen. Nein, ich liebe meinen Job hier.“ Dass sie sich im selben Augenblick ganz andere Gedanken bewegten, die sich unter anderen um ihn und sein Talent zur Anpassung beschäftigten, ahnte er nicht und zog er auch in keinerlei Weise in Betracht. Wie sollte er auch? Es war vollkommen normal, dass man mit der Zeit die eigene Sprache oder Dialekte verlor, wenn man in einem anderen Land lebte und im Gegenzug die dortigen nach und nach annahm. Wie lange das dauerte, konnte man pauschal nicht sagen. Das war zumindest seine Erklärung.

Ihr kurzes, aber heftiges Kopfschütteln entging ihm keineswegs und einen Moment lang kam in ihm der Drang auf sie danach zu fragen, denn es war ganz eindeutig, dass sie etwas beschäftigte, mochte gar ein Blinder erkennen. Doch da er als Gentleman erzogen worden war, behielt er es sich vor sie daraufhin anzusprechen, vor allem aber stand es ihm nicht zu sie auszuhorchen. Er mochte Barkeeper sein, aber er war kein Psychologe. Wenn die Leute das Bedürfnis hatten reden zu wollen, mussten sie von sich aus anfangen und da sie es nicht tat, hakte er an dieser Stelle auch nicht weiter nach. Stattdessen konzentrierte er sich wieder ganz auf sie und zeigte abermals ein charmantes Lächeln als sie davon sprach sie bräuchte einen Crash-Kurs in Sachen Whiskey. „Nun, ich könnte dazu raten einmal jede Sorte zu probieren, die ich vorrätig habe, aber danach wären Sie zu betrunken um allein nach Hause zu finden und ich müsste Ihnen ein Taxi ordern, welches Sie dann heim bringt. Aber der Fahrer wird sich weigern, aus Angst sie übergeben sich und dann würde es an mir hängen bleiben Sie sicher zu Ihrer Wohnung zu geleiten und es würde zu einer peinlichen Situation kommen zwischen uns ...“, entgegnete er und sah ihr dabei ohne Unterlass in die Augen, grinste auf die ihm typische Weise verstohlen und lachte schließlich über seine eigenen Worte.

„Nein, wir sollten die Sache wahrlich anders angehen, Lisa.“, fügte er schließlich an nachdem er neben ihr Platz genommen und sie einander vorgestellt hatten. Sein Blick verriet dabei, dass er sehr darüber erfreut war sie kennenzulernen, auch wenn er dies nicht laut aussprach.

@Lisa Snart


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#11

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 28.09.2018 21:19
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Ein Schmunzeln lag auf ihren Lippen, als er sich bezüglich des Crash-Kurses äußerte. Er war wirklich ein sympathischer Kerl, dieser Ire vor ihrer Nase. In seiner Gesellschaft konnte man sich definitiv wohlfühlen, wobei das Ambiente seines Pubs da ebenso eine große Hilfe war, wie seine ruhige und offene Art.
Denn schon immer waren ihr überfüllte Diskotheken oder Bars ein Graus.
Nicht nur, dass sie sich vor einer Vielzahl billiger Anmachen von uninteressanten Typen kaum retten konnte. Viele Menschen auf einem Haufen bedeuteten auch immer die potenzielle Gefahr erkannt und für ihre kriminellen Machenschaften zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Doch seit der Nachricht von Leonard's angeblichem Ableben, hatte sie ihre kriminelle Energie auf ein Minimum beschränkt. Lediglich wenn es sie mal wieder sprichwörtlich in den Fingern juckte, entwickelte sie einzelne Pläne, die sie dann mit wechselnden Komplizen - wie gewohnt erfolgreich - durchzog.
Wie gerne würde sie noch einmal einen von Lenny ausgedachten Plan, mit ihm zusammen, durchführen. Sie vermisste ihren großen Bruder, auch wenn sie sich vermutlich eher die Zunge abbeißen würde, als es zuzugeben.
Ihr großer Bruder, die einzige wirkliche Konstante in ihrem Leben, war ihr vor knapp drei Jahren genommen worden.
Umso schöner war es allerdings, dass sie bei ihrer Suche nach ihm in New York auf diesen kleinen Pub und seinen Besitzer gestoßen war.
Lange Zeit hatte sie sämtlichen sozialen Kontakt gemieden, war Leuten, denen sie früher eigentlich gerne begegnet war, aus dem Weg gegangen und wurde immer verschlossener.

So komisch sich das auch anfühlte, nach so langer Zeit mal wieder zu lächeln, konnte sie nicht anders als das Seine freundlich zu erwidern.
Auch sie freute sich wirklich, ihn kennen zu lernen, denn er wich tatsächlich von der Norm ab. Er grub sie nicht plump an, wie es diese abartigen Typen in den Clubs immer wieder versucht hatten.
Kilian war respektvoll, freundlich und sympathisch, obwohl er ihre Trinkfestigkeit offensichtlich unterschätzte.
Alles Eigenschaften, die Lisa an Menschen schätzte. Außerdem schien er keine Probleme mit ihrem bisweilen ziemlich losen Mundwerk zu haben.
Mit einem Schmunzeln gab sie ihm im Bezug auf die Whiskey-Probe dann allerdings recht.
„Da bin ich ganz bei dir, Kilian.“
Natürlich trank sie gerne Alkohol, doch sie war da seiner Meinung, dass sie sich nicht bis zur Besinnungslosigkeit betrinken wollte. Immerhin befand sie sich in einer fremden Stadt und da war es ratsam niemals die Kontrolle zu verlieren.

Nachdem er sich zu ihr gesetzt hatte, musste sie das Thema des Kurses allerdings doch nochmal aufgreifen, denn die Idee gefiel ihr schon sehr, mit dem Iren zu trinken und sowohl etwas über die edlen goldenen Tropfen, als auch vielleicht über ihn zu erfahren.
„Ich bin noch einige Zeit in der Stadt. Vielleicht splitten wir unseren Whiskey Kurs einfach in mehrere kleine Kurse?“
Mustert ihn mit einem sehr charmanten Blick, welcher in der Vergangenheit dazu geführt hatte, dass ihr kaum etwas abgeschlagen wurde.
„Was dir das Problem und die Sorge abnehmen würde, dass ich heil ins Bett komme…“
Ihre eigenen Worte ließen sich leise und deutlich amüsiert auflachen.

@Kilian Sullivan




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#12

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 03.10.2018 19:31
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Das Schmunzeln, welches auf ihren Lippen lag, ließ ihn ebenfalls leise lächeln und zeigte ihm, dass sie sich nicht vor ihm fürchtete oder in anderer Weise seiner Person gegenüber abgeneigt war. Auch wenn er noch nicht mehr als ihren Namen kannte, glaubte er zu wissen, dass sie in ihrem ganzen bisherigen Leben noch keinem Vampir oder einem anderen Wesen begegnet war, das nicht menschlich war. Er hatte im Laufe der Zeit gelernt diesen Teil seiner Selbst gut verborgen zu halten, sich wie ein normaler Mensch zu geben um auch ja keinen Verdacht zu erwecken, egal wie groß oder klein dieser auch sein mochte, bei denen, die ihm über den Weg liefen. Gerade jetzt, da ihn der Hunger schier wahnsinnig machte, er glaubte nicht mehr länger widerstehen zu können, kam ihm jede Abwechslung mehr als gelegen, wenngleich diese auch bedeutete all seine noch verbliebene Kraft darauf zu verwenden sich als der charmante, freundliche und offene Barkeeper zu präsentieren. Nicht weil er es sonst nicht auch war, sondern vielmehr weil er in Gedanken eigentlich ganz woanders war, aber damit war er nicht allein auch wenn er die Gesellschaft seines Bruders nicht im Geringsten vermisste, war dieser doch für sein Schicksal verantwortlich. Hätte er sich nicht gegen ihren Vater, ja gegen seine eigenen Leute und sein Land gestellt, wäre es nie so weit gekommen, dass sie einander auf dem Schlachtfeld gegenüber standen und einander bis aufs Blut bekämpften. Am Ende war es einzig und allein sein Blut gewesen, welches vergossen worden war, aber statt ihm den finalen Todesstoß zu verpassen, hatte er ihn dort zwischen all den anderen Leichen zum Sterben liegen lassen. Nein, ihn verband rein gar nichts mehr mit diesem Mann und wenn es nach ihm ginge, so brauchte er nie wieder in seinem Leben erscheinen.

Vermissen tat er ganz andere Menschen, die er auf die eine oder andere tragische Weise verloren hatte und auch wenn es schon so viele Jahre, gar Jahrhunderte zurück lag, überkam ihn hin und wieder der Schmerz über ihren Verlust. Dass er überhaupt zu derlei Empfindungen fähig war und nicht zu der kaltblütigen, blutrünstigen Bestie geworden war, die sich tief in seinem Innern verborgen hielt, kam ohnehin einem Wunder gleich, auch wenn es Tage gab, da er sich ihr näher fühlte als den Menschen, die seinen Pub besuchten. Heute Abend jedoch war dem nicht so und das lag nicht zuletzt an der Gegenwart dieser jungen Frau, die so herzerfrischend offen und ehrlich in ihrer ganzen Art war, dass es ihm gelang den ach so quälenden Hunger zu vergessen und sich wieder auf die angenehmeren Dinge des Lebens zu konzentrieren. Sich ohne jeden Zwang zu unterhalten, ein wenig die eigenen Grenzen und die des anderen auszutesten, gehörte natürlich dazu. Dabei verfolgte er nicht wirklich ein Ziel, auch wenn es schon lange her war, dass er mit einem anderen Menschen intim oder diesem gar nahe gewesen war. Es reichte ihm vollkommen ein einfaches Gespräch zu führen, gerne auch über Whiskey und ab dem Moment als er seinen Posten hinter dem Tresen verlassen, sich auf den Hocker neben ihr gesetzt hatte, war er nicht länger der Barkeeper.

„Dieser hier, dieser ist ein recht junger. Nichts Besonderes, gibt es in beinahe jedem Supermarkt zu kaufen.“, begann er seine Ausführungen und damit den ersten Teil des versprochenen Kurses. Zu hören, dass sie noch einige Zeit in der Stadt war, ließ ihn nur noch mehr lächeln, ja beinahe schon verstohlen grinsen. Ihre Musterung und der Blick, den sie dabei aufsetzte, trugen ihr Übriges dazu bei, dass er diesen erwiderte und sie ebenfalls eingehender betrachtete um dann festzustellen, dass sie in jeder Hinsicht sehr charmant war. Um sich abzulenken, nahm er einen tiefen Schluck aus seinem Glas und verschluckte sich halb als sie davon sprach heil ins Bett zu kommen. „Oh das wird es … ganz sicher. Notfalls kenne ich einen Hotelier, nicht weit entfernt, wo ich schon so manchen Gast habe unterbringen können, der zu betrunken gewesen war um allein nach Hause zu gelangen.“

@Lisa Snart


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#13

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 21.10.2018 19:51
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Aufmerksam hörte sie dem sympathischen Iren zu, als er anfing über den Whiskey zu erzählen, den sie beide gerade genossen ihr Blick dabei immer auf sein Gesicht gerichtet.
Dabei kam ihr in den Sinn, wie sie als Jugendliche das erste mal in den Genuss von Alkohol gekommen war.
Ihre erste Berührung mit Alkohol lag noch weiter zurück.
Als sie ein kleines Mädchen war, musste sie stets hautnah miterleben, wie ihr Vater sich betrank und als ob das für ein kleines Mädchen nicht schon genug Leid gewesen wäre, so mussten sie und ihr Bruder auch noch seine Wut über sich ergehen lassen. Seine Skrupellosigkeit sank mit jedem Tropfen Alkohol, während die Brutalität stieg, je betrunkener er wurde.

Man sollte annehmen, dass jemand, der nur negative Erlebnisse durch Alkohol erlebt hatte, sich von diesem distanzierte, so allerdings nicht Lisa und Leonard. Schon früh nutzte sie den Alkohol, um ihre Sinne zu betäuben und für einige Zeit ihrem kläglichen Leben zu entfliehen.
Im Alter von 14 Jahren stahl sie eine Flasche billigen Fusel, um zu spüren wie es ist, wenn der Alkohol die Sinne benebelt und alle Probleme irgendwie in die Ferne zu rücken scheinen.
Der Alkoholvergiftung mehr als nah, fand ihr großer Bruder sie wenige Meter vom Haus entfernt und kümmerte sich wie immer darum, dass seiner kleinen Schwester nichts zustieß, während sie ihren Rausch ausschlief.
Hätte ihr Vater Wind davon bekommen, hätte sie vermutlich die Strafe ihres Lebens bekommen, doch Dank Leonard blieb diese Sache immer unter den Geschwistern.
Die folgenden Erfahrungen mit Alkohol teilte sie stets mit ihrem großen Bruder, wenn sie mal Schnaps oder dergleichen in die Finger bekamen. So wurde sie mit der Zeit immer trinkfester und es brauchte schon einiges, bis sich den Alkohol überhaupt spürte, geschweige denn betrunken war.

Aus diesem Grund freute sie sich, dass der Barkeeper begann, ihr etwas über die goldene Flüssigkeit zu erzählen und vor allem mit ihr gemeinsam zu trinken.
Ihr sagte diese Gesellschaft wirklich zu, obwohl sie sonst eigentlich lieber allein war.
Doch er machte einen ruhigen und freundlichen Eindruck auf sie.
Einfach ein Mann, mit dem man sich gut unterhalten und vor allem sich wirklich amüsieren könnte.
Als dieser sich dafür aussprach, dass er einen guten Hotelier kenne, der schon so manche Schnapsleiche aus seinem Laden beherbergte, ließ sie ein amüsiertes Lachen vernehmen.
„Keine Sorge, Kilian. Ich wage zu behaupten, dass ich recht trinkfest bin, denn ich habe schon so manchen Kerl unter den Tresen getrunken”, teilte sie ihm daraufhin mit einem Zwinkern und einer deutlich belustigten Miene mit.
Lisa hatte in der Vergangenheit schon so manche Wetttrinken gewinnen können, wenn es darum ging, dass der Verlierer die Drinks bezahlen musste, da sie stets in sämtlichen Belangen unterschätzt wurde.
Jedoch hatte sie nicht wirklich vor, in dem urigen Pub ein Wetttrinken mit einem vermutlich äußerst trinkfesten, irischen Barkeeper zu starten, was sie sicher nicht gewinnen konnte.
Sie wollte lediglich den Abend und die Ruhe in dem kleinen, gemütlichen Schankraum genießen, mit dem netten Bonus, dass der gutaussehende Barkeeper diesen mit ihr teilte und ihr auch noch etwas über die edlen Tropfen beibringen wollte.
„Worauf muss ich denn achten, wenn ich eine Sorte Whiskey aussuche? Außer, dass dieser offensichtlich aus Irland stammen sollte?!”
Interessiert und leicht grinsend musterte sie den Barkeeper, denn das dieser stolz auf seine Herkunft war, konnte man weder übersehen noch überhören.
Wieder kommt ihr Leonard in den Sinn. Dieser hätte bestimmt seine helle Freude an diesem kleinen, gemütlichen und vor allem nicht so überfüllten Pub. Wenn er wirklich noch leben sollte und sie ihn irgendwann wiederfinden würde, so wäre das der erste Laden, in dem sie mit ihm darauf anstoßen würde.

@Kilian Sullivan




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#14

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 13.11.2018 17:24
von Kilian Sullivan • 91 Beiträge

Whiskey war zwar nicht unbedingt sein Leben, aber es erinnerte ihn an ein Leben, was so unendlich weit weg zu sein schien. Ein Leben, das gut war, auch wenn es verglichen zu seinem heutigen karg und entbehrungsreich gewesen war. Aber er hatte es geliebt seinem Vater auf dem Hof zu helfen, mit ihm zusammen den Acker zu pflügen, die Ernte einzubringen oder sich von ihm im Schwertkampf unterrichten zu lassen. Wie alle Männer der damaligen Zeit und weil es das raue Klima der immer grünen Insel mit sich brachte, war sein Vater ein strenger, wenn auch gerechter Mann gewesen, der Fehler zu verzeihen wusste. Wer ihn aber hinterging oder gegen ihn arbeitete, bekam seinen ganzen Zorn zu spüren. Nicht nur Kilian hatte stets höchsten Respekt vor ihm als Lord und als Familienoberhaupt gehabt. Anders als sein Bruder …

Der bloße Gedanken an ihn und die Bilder, die zusammen mit all den Erinnerungen hochkamen, entfachten in ihm eine Wut, die gleichzeitig den alten Schmerz in ihm weckte und der Bestie Nahrung gab, welche tief in ihm drinnen ruhte. Er wusste, dass sie nicht schlief, sie war immerzu präsent. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Heute glaubte er sie besonders zu spüren, was nicht zuletzt an dem furchtbaren Hunger lag, den er verspürte und der ihn sensibler und auch angreifbarer machte. Es brauchte nur einen kurzen Moment der Unachtsamkeit, ein falsches Wort oder einen anderen Verlust seiner Kontrolle über sich und sie würde einem Sturm gleich losbrechen. Wenngleich es nur noch wenig gab vor dem er sich fürchtete, war er doch gewissermaßen unsterblich, so konnte man sagen, dass dies seine größte Angst und zugleich auch größte Schwäche war. Umso mehr suchte er nach Ablenkung, etwas das nicht seine Gedanken beschäftigte, sondern ihn im Ganzen forderte. Der Pub war dazu wie geschaffen und wenn es Abende wie diesen gab, an denen auch noch nette junge Damen ihn besuchten, konnte er vergessen was er war und was in ihm drinnen lauerte.

„Trinkfest, hm?“, entgegnete er als sie ihm zu erklären versuchte, dass er ihr weder ein Taxi noch ein Bett in einem Hotel würde besorgen müssen. Wieder zeigte sich dieses überaus charmante und zugleich amüsierte Lächeln auf seinen Lippen. „Mit Verlaub, aber wenn ich mir dich so ansehe, fällt es schwer mir vorzustellen wie es dir gelingen mag gestandene Kerle, deren Kreuze so breit sind wie sie hoch sind unter den Tisch trinkst.“ Je weiter er sprach desto breiter wurde sein Lächeln und er sah ihr dabei ohne Unterlass in die Augen. Es tat gut sich zur Abwechslung einmal mit jemandem zu unterhalten, der nicht angetrunken oder aber schon zu betrunken war um auch nur seinen Namen ohne größere Probleme auszusprechen. Kilian liebte seinen Pub, ganz ohne Frage, so wie er auch seine Stammgäste mochte. Doch es tat gut einmal ein neues, ein weibliches Gesicht zu sehen und ihr Lachen zu hören, welches beinahe schon wie Musik in seinen Ohren klang. Mehr noch schaffte sie es mit ihrer ganzen Art seine Gedanken fort von dem ihn quälenden Hunger hin zu sehr viel angenehmeren Dingen zu lenken. Er war alles andere als ein Frauenheld, hatte verglichen zu anderen Männern recht wenige Beziehungen, Affären oder gar One-Night-Stands gehabt. Es brauchte bei ihm weitaus mehr als nur ein gutes Aussehen und einen verführerischen Augenaufschlag um ihn für sich zu gewinnen. Dass es andersherum nur ein Lächeln von ihm brauchte, dessen war er sich durchaus bewusst, doch nutzte er sein Aussehen und seinen Charme nicht um eine Eroberung nach der anderen zu machen. Wenn er sich denn einmal verliebte, dann auf eine Weise, die weit über körperliches Verlangen hinaus ging.

Doch auch er war irgendwo noch immer ein Mann, auch wenn er in der Lage war seine Gefühle besser als so manch anderer im Griff zu behalten, konnte er seine Sympathie für die junge Frau nicht ganz verborgen halten. Dass der Whiskey nur ein Vorwand für ein Gespräch war, wussten sie beide nur all zu genau und dennoch spielte er das Spiel mit. „Der Reifegrad ist wichtig. Je länger ein Whiskey gelagert worden ist, umso intensiver ist sein Geschmack. Aber auch der Preis steigt damit ...“, fuhr er fort und erhob sich, allerdings ohne dabei den Blickkontakt zu ihren hellen blauen Augen zu unterbrechen. Mit raschen Schritten ging er hinter den Tresen und durchsuchte das Regal an der Wand nach einer ganz bestimmten Flasche. Als er diese gefunden hatte, nahm er sie und kam wieder zu ihr hervor. „Hier. Das ist Whiskey, der fünf Jahre lang gereift ist.“, erklärte er und tippte dabei auf das Etikett während er bewusst neben ihr stehen geblieben war und den Arm, mit der er die Flasche hielt, dicht neben ihrer Schulter ruhen ließ. Auf diese Weise berührte er sie, jedoch auf eine Art, die nicht zu aufdringlich war. Um sicher zu gehen, dass es ihr nichts ausmachte, suchte er wieder ihren Blick.

@Lisa Snart


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#15

RE: Schankraum

in The Green Shield Pub 18.11.2018 14:08
von Lisa Snart • 83 Beiträge

Sie musterte ihre Trinkgesellschaft mit einem amüsierten Blick, da es mehr als offensichtlich war, dass auch er, wie die anderen vor ihm, sie unterschätzte. Doch eigentlich störte es sie nicht sonderlich von Männern unterschätzt zu werden. So war es doch bisher immer ihre größte Genugtuung, wenn diesen klar wurde, dass sie mit ihrer Einschätzung bezüglich Lisa falsch lagen und sie diese mit einem selbstzufriedenen Gesichtsausdruck eines Besseren belehren konnte. Dabei ging es nicht nur um Wetttrinken, sondern auch um ihre Zielsicherheit beim Umgang mit Schusswaffen oder die Fähigkeit sich selbst behaupten zu können.

„Du unterschätzt mich, mein Lieber”, war das einzige, was sie darauf erwiderte und wieder konnte sie nicht umhin leise zu lachen, während sie ihm weiter in die Augen mit dem schönen Grünschimmer sah. Es war wirklich leicht mit ihm auszuhalten, auch wenn er ihr bezüglich ihrer Trinkfestigkeit nicht glaubte, so war er dabei doch äußerst charmant, ohne sie zu bevormunden oder dass sie sich im Entferntesten so fühlen musste.
Auch Lisa war klar, dass der Whiskey nur ein Vorwand war, um ein Gespräch zu beginnen und irgendwie hatte es ja geklappt, so seine Gesellschaft und seine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Denn weiß Gott war sie auch nur eine Frau, eine einsame noch dazu.
Während sie allerdings seit langer Zeit den Kontakt zu anderen Menschen und vor allem zu Männern gemieden hatte, so hatte der Ire etwas an sich, was ihr gefiel und was es ihn ihr eindeutig das Interesse für ihr Gegenüber weckte und das betraf nicht nur sein gutes Aussehen, sondern noch so einiges mehr.

Nachdem sich die Dinge für Lisa in Central City überschlugen und Lenny angeblich das Zeitliche gesegnet hatte, waren ihr alle anderen Menschen egal geworden. Es war für sie nur ein schwacher Trost, dass Lenny offensichtlich seinem ganzen Team das Leben gerettet hatte.
Er war, wenn sie den Erzählungen glauben durfte, selbst zu einem dieser Gutmenschen geworden, die er vorher immer verachtet und verspottet hatte.
Natürlich war sie irgendwo stolz auf ihren großen Bruder, aber trotz allem wäre es ihr lieber gewesen, wenn es jemand anderen aus dem Team getroffen hätte und ihr Bruder noch immer bei ihr wäre.
Sie wollte sich mit niemandem mehr beschäftigen, wollte allein sein und nie wieder jemanden nah an sich heran lassen, damit sie nie wieder verletzt werden könnte.
Selbst Cisco Ramon, der sie doch auf sämtlichen Ebenen faszinierte und für den sie - entgegen ihrer eigentlichen Art - so etwas wie Gefühle entwickelt hatte, stieß sie von sich, weil sie es einfach nicht mehr ertragen konnte.
Er hatte oft versucht sie aus diesem Loch zu holen, ihr beizustehen, doch sie konnte es einfach nicht annehmen. Der Schmerz saß zu tief, die Trauer bestimmte ihr ganzes Sein, weshalb sie nach den ersten Gerüchten über Lenny’s Überleben fluchtartig die Stadt hinter sich ließ, um so auch Cisco’s Sorge um sie zu entfliehen und ihm weiteren Kummer zu ersparen.
Auch andere Männer ließ sie seitdem nicht wirklich an sich heran, auch wenn ihr etwas körperliche Nähe und Geborgenheit fehlte, so konnte sie sich zu kaum mehr als Belanglosigkeiten und One Night Stands verleiten lassen.

Bei Kilian verhielt es sich allerdings etwas anders. Nach dieser langen Zeit der Einsamkeit musste Lisa feststellen, wie wohltuend es doch sein konnte, mal etwas sozialen Kontakt nachzugehen und diesen auch zu genießen.
Sie hatte sich seit Jahren nicht mehr amüsiert und wann sie das letzte mal ehrlich gelacht hatte, daran konnte sie sich weiß Gott nicht mehr erinnern.
Doch der Pubbesitzer vermochte genau das in ihr hervorzurufen, auf eine sehr angenehme und sympathische Art und Weise. Er war wirklich feinfühlig und zuvorkommend, jedoch nicht bevormundend, alle Eigenschaften, die sie an Männern sehr schätzte.

Als er das Gespräch wieder auf den Whiskey lenkte, hörte sie ihm erneut aufmerksam zu, denn man konnte ja nie wissen, ob man dieses Wissen mal in irgendwann gebrauchen könnte. Ihr Blick folgte ihm, als er aufstand und hinter der Theke verschwand, um offensichtlich eine Flasche zu suchen, die er auch schnell fand und mit der er auch sogleich zu ihr zurückkehrte.
Als er so dicht neben ihr zum Stehen kam, stockte ihr der Atem für einen Augenblick. So lange war sie nicht mehr berührt worden, doch fühlte sie sich gerade in diesem Moment so wohl, wie schon seit langem nicht mehr, weshalb sie ihm mit ihrer Körperhaltung und mit ihrem Blick klar machte, dass ihr der Körperkontakt keineswegs unangenehm war und es ihr nichts ausmachte, sie diesen sogar ein Stück weit begrüßte.
Dies unterstrich sie noch zusätzlich mit einem kleinen Lächeln, ehe sie dann allerdings den Blick von ihm losriss und die Flasche begutachtete.
„Darf ich den probieren?” Wenn sie ehrlich mit sich war, so war sie doch gespannt, ob man wirklich einen Unterschied zwischen den beiden Flüssigkeiten schmecken könnte und es sagte ihr einfach zu, mit ihm zu trinken und weiter seine Gesellschaft zu genießen.

@Kilian Sullivan




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