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TEAM
08.11.2018 Gotham City & New York
the daily news
Fake News Breaking NOW
Es begann an einem ganz normalen Tag. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich wie jeden Morgen die Brötchen in den Ofen schob und den Fernseher anmachte um die täglichen Nachrichten zu sehen. Ohne zu wissen, was mit mir geschah jagte gefühlt ein Tornado durch meine Wohnung. Blätter flogen durch die Gegend und bevor ich irgendetwas realisieren konnte stand ein Mann vor mir. Nicht etwa ein normal gekleideter, nein, ein stechend rotes Kostüm mit einem Blitz auf der Brust schien seinem Körper angegossen zu sein. Kurz davor in Ohnmacht zu fallen, starrte ich den Fremden einfach nur an. Jener tat das selbe, bis er irgendwann das Wort ergriff, sich als Barry Allen vorstellte und fragte in welchem Universum er gerade gelandet sei. Hätte ich sein Auftauchen nicht mit eigenen Augen gesehen, würde ich ihn für einen Spinner erklären, doch seine Taten und Worte überzeugten mich vom Gegenteil. Er erklärte, dass ich mit in ein Universum kommen sollte, um die Geschehnisse dort nieder zu schreiben. Natürlich war ich kritisch, woher er wusste, dass ich Autor und Journalist war, doch nachdem er mir von Paralleluniversen erzählte hatte, schien dies das kleinste Fragezeichen in meinem Kopf zu sein. Fasziniert von seinen Erzählungen nahm ich wie gebannt seine Bitte an und bevor ich noch ein Wort sagen konnte, befand ich mich nicht mehr in meinem Zuhause, nein, es war eine gänzlich andere Welt, das wusste ich schon ohne viel davon gesehen zu haben. Der Mann in Rot führte mich zu einem Turm, auf dem ein gigantisches A die Nacht erhellte. Willkommen im Avengers Tower hatte er nur gesagt und meine Faszination wuchs stetig weiter. Mir wurden kurze Zeit darauf einige Gestalten vorgestellt, die in meinem Universum nur in Comicbüchern existierten. Doch sie erklärten mir, dass ich eine Aufgabe hatte; Aus unbekannten Gründen waren zwei Universen kollidiert und hatten ein neues Universum erschaffen, ein Mix aus beiden. Geschichten, die aus meiner Welt zu stammen schienen, waren hier anders abgelaufen; Weltkriege, Kulturen und Organisationen, die ich wiedererkannte, jedoch anders verlaufen waren, genau genommen waren sie sogar in den jeweiligen Universen unterschiedlich. Erst die Gegenwart fügte die beiden zusammen. Doch die Gedächtnisse der Leute ihres alten Zeitstrangs blieben erhalten.
WEATHER

GOTHAM CITY: bewölkt, 13 Grad NEW YORK CITY: nebelig, 12 Grad
#1

Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 29.05.2018 12:11
von The Universe • 256 Beiträge
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#2

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 29.05.2018 23:03
von Matt Murdock • 372 Beiträge

First Post

Man konnte es schnell vergessen, dass der Sommer sich in Temperaturen auszudrücken wusste, die jeder erhitzten Pfanne Konkurrenz machen konnte, wenn man sich die kalten Winter so anschaute, in denen die Schneeflocken fingerbreit vom Himmel rieselten und die Stadt in ein weißes Gewand hüllten.
Er selber konnte gar nicht so genau sagen, welche Jahreszeit er mehr verabscheute. Den Winter, der seine Sinne mit einer Schicht aus Kälte und Schnee überdeckte und es ihm schwerer machte, sich zu orientieren, oder den Sommer, der auf seiner Haut brannte, als hätte man ihn in einen Ofen gestopft und diesen voll aufgedreht. Beide Jahreszeiten versprachen ihm Schmerzen, beide Jahreszeiten hatten ihre Tücken und beide Jahreszeiten stand er jedes Mal durch, ohne sich zu beschweren, zumindest tat er dies wenn nur minimal.
Die Gemüter in Hell’s Kitchen, dem kleinen Stück Stadtteil von New York, in dem schon so manch Superhelden-Geschichte startete und auch wieder endete, kochten wie jedes Jahr über und verwandelten die Straßen in wahre überschäumende Kessel mit Blitzschlaggefahr. Die Nerven lagen bei vielen blank und gerade er spürte es in jedem Knochen bei jedem Schritt, den er tat. Doch auch jetzt erlaubte er es sich nicht, darüber einen Laut der Klage zu verlieren. Er stand seinen Mann und schleppte sich mühsam weiter, dabei versucht, nach Außen hin nichts durchscheinen zu lassen, während sein Blindenstock unermüdlich von der einen zur anderen Seite geschwenkt wurde und dabei klackende Geräusche von sich gab, wann immer die runde Spitze auf dem Boden aufkam. Für die Wenigen, die es interessierte, mochte es vielleicht so aussehen, dass er vielleicht die Bekanntschaft mit einigen Treppenstufen gemacht hatte, jedoch hätte besagte Treppe dann Fäuste, Knarren und Baseballschläger zur Verfügung gestanden haben müssen. Als Blinder des Nachts Schwerbrecher aufzumischen, verlangte ihm sehr viel ab und nicht jeder seiner Schläge und Tritte saß, obwohl er seine Kontrahenten hören und spüren konnte. Sie hingegen sahen ihn oftmals kommen und landeten ebenso mal den einen oder anderen Treffer, der ihm dann Tage danach noch gut beschäftigt hielt, so wie es jetzt auch der Fall war, als er die Straße mit dem Schwung Berufspendler überquerte und seinem bescheidenen Büro für heute den Rücken kehrte.
Schlaf erhielt er bei diesem Tagesablauf nicht wirklich, denn auch er musste von etwas leben können und man erhielt nicht gerade viel - um genau zu sein nichts -, indem man den Job der Polizei in einem roten Anzug mit gehörnter Maske erleichterte, wobei es oftmals auch viel eher darum ging, sich dadurch das eigene Gewissen zu erleichtern, dass er bei Tag als Anwalt nie genügend tun konnte, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Er vertraute nach wie vor auf ihr Rechtssystem, wenngleich ihm die Vergangenheit etwas anderes hatte lehren wollen, so gab er nicht einfach auf. Er glaubte an das Gute in den Menschen. Er glaubte daran, dass jeder eine zweite Chance verdient hatte, tat er noch so abscheuliche Dinge. Er konnte nicht aus seiner Haut. Viele Male hatten sich seine Gedanken darum gedreht, es zuende zu bringen, einen weiteren Schlag gezielt zu setzen und dem letzten Atemzug, dem letzten Herzschlag beizuwohnen, doch jedes Mal endete es darin, dass er im letzten Moment vor diesem Entschluss zurück schreckte, das Leben verschonte und weiterhin eine halbe Sache blieb.
Eben diese halbe Sache führte den Mann, dessen Körper von alten und frischen Narben, sowie Hämatome in den schillerndsten Farben geziert wurde, in Richtung zu dem einen Ort, wo er den Duft von einer Vergangenheit einatmen konnte, von der er wünschte, er könne zu ihr zurückkehren und sie zu seiner Zukunft machen. Er hatte für diesen Tag einfach noch nicht genug. Ihm tat alles weh, doch es war noch lange nicht genug Schmerz. Er hatte noch nicht genug dafür gebüßt, was er sich für Schuld aufgeladen hatte, deshalb suchte er das alte Boxstudio auf, wo sein Vater vor einer gefühlten halben Ewigkeit seinen letzten Kampf ausgetragen und gewonnen hatte. Er erinnerte sich noch daran, wie stolz er auf seinen Vater gewesen war, wie stolz er darauf gewesen war, sein Sohn sein zu können. Aber er erinnerte sich im selben Atemzug auch an den Verlust und die Schmerzen, als er den leblosen Körper des Mannes hatte berühren müssen, der ihm ein Vorbild, ein Anker und ein Lehrer gewesen war. Keine seiner bittenden Worte, er möge doch bitte wieder aufstehen, waren mehr zu ihm durchgedrungen und von dem damals vielleicht gerade mal elfjährigen Jungen wurde ein Teil seiner selbst genommen. Ein Junge brauchte seinen Vater, brauchte die Stütze und die starke Führung, musste von ihm lernen, was es hieß ein Mann zu sein.
Allerdings konnte man sagen, was man wollte, denn aus dem kleinen Matthew Michael Murdock ist ein starker Mann geworden. Ein Mann, der nach jeder Niederlage immer wieder aufstand. In dessen Wortschatz das Wort “Aufgeben” nicht zu existieren hatte. Ein Mann, der all die Last einer großen Stadt versuchte auf seinen Schultern zu tragen.
Ein Mann, der seine Lungen nun mit der abgestandenen Luft füllte, die in Fogwell’s Gym schon immer so gerochen hatte wie jetzt auch. Schweiß, altes Leder, Staub, herber Geruch eines halben Dutzend Männer, die heute hier trainiert hatten.
Das Licht hatte man ausgeschaltet, soweit er hören konnte. Nur vereinzelte Lichtstrahlen fielen durch die gelblich getönten Fensterscheiben. Woher er das wusste? Er spürte es auf der Haut, als er sich aus seinem Anzug schälte, wobei das weiße Hemd an seinem Körper klebte und man es nur mit spitzen Fingern ausgezogen bekam. Schnell schlüpfte er in seine Jogginghose und in ein Muskelshirt, ehe er sich die Hände ordnungsgemäß einbandagierte, um diese davor zu schützen, was er gedenkt an diesem frühen Abend zu tun, obwohl seinem Körper letzte Nacht doch schon genug zugemutet wurde und es diese Nacht nicht anders aussehen würde. Für sich selber ließ Matthew keine Ausflüchte gelten, weshalb er sich zum nächstbesten aufgehängten Boxsack begab, sich kurz sammelte und fokussierte, ehe er die erste Schlagfolge gegen den wehrlosen Gegner austeilte und nicht davon absah, weiter zu machen, als der Schmerzimpuls seine Sinne überflutete und ihn für einen Moment wirklich blind machte. Er fing sich schnell und setzte sein grausames Spiel mit der Pein fort.


@Frank Castle




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zuletzt bearbeitet 30.05.2018 08:57 | nach oben springen

#3

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 30.05.2018 13:11
von Frank Castle (gelöscht)
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Einstiegspost

Sah man einmal von dem Umstand ab, dass nahezu alle Häuser innerhalb und außerhalb von New York intakt waren, konnte man den Eindruck gewinnen sich irgendwo in einer der vielen Wüstenstädte des Nahen Ostens aufzuhalten. Es war heiß. Unerträglich heiß, wenn man es ganz genau nahm. Nicht einmal mehr die Schatten konnten eine wirkliche Abkühlung bieten und der Wind schien diese Hitze einem Feuer gleich eher noch anzufachen, statt lindernd zu wirken. Frank hatte mit Absicht seinen Pitbull Max daheim im Apartment gelassen. Zwar war es dort nur unwesentlich kühler, aber es gab wenigstens eine Klimaanlage, die er Tag und Nacht ungeachtet der möglichen Kosten, laufen ließ. Obendrein hatte er sämtliche Vorhänge und Rollos zugezogen um es dem Tier so angenehm wie möglich zu machen. Er hingegen trug trotz des heißen Wetters wie immer seinen dunklen langarmigen Hoodie mit der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze und lange, ebenso dunkle Jeans dazu. Auch früher schon, als er sich nicht hatte verstecken müssen, hatte er eine gesunde Abneigung kurzen Hosen gegenüber besessen und bis zum heutigen Tag hatte sich nichts daran geändert. Seine Frau hatte ihn immer damit aufgezogen, wenn er selbst im Hochsommer in seinen langen Hosen neben ihr her gelaufen war während sie und die Kids luftig leichte Kleidung getragen hatte. Er sah sie noch genau vor sich in ihrem kurzen, weiten Rock, der bei sich bei jedem Windhauch verspielt angehoben und von ihr mit einem Lachen festgehalten worden war. Ihr Lachen fehlte ihm..

Den Kopf gesenkt, die Hände in den Taschen und den Rucksak locker über der rechten Schulter, lief Frank in gemächlichem Tempo die nahezu menschenleere Straße entlang. Anders als in der City und auf der Hauptstraße verirrte sich selten wer in diesen Teil von Hell's Kitchen. Man konnte es beinahe seinen persönlichen Schleichweg durch die Höfe und Gassen nennen. Schon als Kind hatte er sich immer seine eigenen Wege gesucht, fernab all der anderen und er kannte diesen Teil der Stadt wie seine eigene Westentasche. Daher war ihm auch die Boxhalle Fogwell's Gym ein Begriff, wenngleich er diese nie besucht hatte und es eigentlich vorzog daheim zu trainieren. Er hatte es nicht nötig sich mit anderen zu messen, nicht nur seine Muskeln, sondern auch andere Teile seines Körpers mit anderen Männern zu vergleichen, die meinten die größeren zu haben. Er wusste, was er hatte und was er konnte. Dazu brauchte er sich nicht ständig mit anderen zu messen, das hatte er damals schon in seiner Zeit als Marine nicht getan und ihm war auch jetzt nicht wirklich daran gelegen. Trotz allem führte ihn sein Weg genau heute in eben jene Sporthalle.

Schon bei deren Betreten schlug ihm der typische Geruch entgegen, der von Dutzenden in Schweiß und anderen Flüssigkeiten gebadeten Körpern kündigte und ihn unweigerlich an die Mannschaftsunterkünfte während seiner Einsätze erinnerte. Angewidert verzog Frank das Gesicht und kurz kam in ihm der Impuls auf, ich umzudrehen und wieder zu gehen. Doch er widerstand diesem und bahnte sich stattdessen weiter seinen Weg hin zu den Umkleideräumen. Sie waren ebenso schäbig und heruntergekommen wie alles andere auch, aber da sein kleines Apartment auch nicht viel besser aussah, störte es ihn nicht wirklich. Ohne jede Eile zog er zunächst seine Sachen bis auf die Unterhose aus ehe er sich ein Muskelshirt und weite Jogginghosen wieder überstreifte. Nachdem er seinen Rucksack und seine Kleidung im Spind verstaut hatte, machte er sich zu seinem eigentlichen Ziel auf: der Sporthalle. Mit seinem zotteligen Bart, den halb langen, gewellten Haaren und dem Cap war er gut getarnt. Er sah sich selbst so fremd, dass vermutlich seine eigene Mutter ihn nicht mehr als ihren Sohn erkannt hätte.

Nach einem kurzen abschätzenden Blick in die Runde fiel ihm ein junger Mann auf, der trotz des dämmrigen Lichts, die in dem Raum herrschte, eine Sonnenbrille trug. Skeptisch hob Frank die Augenbrauen und ging auf ihn zu, hielt ihn fokussiert und trat schließlich hinter den Sandsack, auf den der Mann einschlug. Gekonnt fing er diesen in der Bewegung auf und hielt ihn fest. "Sieh an, wen haben wir denn da.", sagte er schließlich und grinste leicht, als er erkannte, wen er da vor sich stehen hatte. "Red oder sollte ich besser Matt Murdock sagen? Siehst ziemlich scheiße aus. Was ist passiert? Hast du dich mal wieder mit ein paar Rockern angelegt?" Ein leises Lachen folgte seinen Worten, gefolgt von einem für Murdock unsichtbaren Kopfschütteln.

@Matt Murdock


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#4

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 01.06.2018 16:35
von Matt Murdock • 372 Beiträge

Seine Muskeln brannten und benebelten ihm weiterhin die Sinne, doch er dachte gar nicht daran, aufzuhören, denn es hielt ihm auch die Gefühle fern, die in ihm brodelten. Der schiere Verlust der Menschen, die ihm etwas bedeutet hatten, die ihm immer noch etwas bedeuteten, aber mit Sicherheit ohne ihn und seiner selbstzerstörerischen Art, die auch dazu veranlagt sein konnte, andere mit in dieses schwarze teuflische Loch zu ziehen, besser dran waren. Er hielt einen Haufen Menschen auf Abstand, die es nur gut mit ihm meinten. Die ihm helfen wollten, die ihm ein Freund sein wollten. Doch er ließ sie nicht heran, denn auch wenn er immer wieder sagte, es sei zu ihrem Besten, so fungierte es doch auch eher dazu, sich selbst in seinem Kokon zu hüllen, weitere Niederlagen in dem Führen von Beziehungen zu umgehen und sich voll und ganz darauf konzentrieren zu können, wovon er nicht mehr loskam, weil er es einfach liebte, Daredevil zu sein. Das war seine ganz persönliche einzigartige Droge. Das unbändige Gefühl von freigelassener Wut, wann immer er zum nächsten Schlag ausholte, um für diesen Moment seine Antwort auf das Kriechen des Rechtssystems, auf das er doch so vertraute, zum Ausdruck zu bringen. Er war wütend. Wütend auf die Menschen, die diese Stadt zugrunde richteten, wütend auf diejenigen, die ihm das Liebste nahmen, und wütend auf dieses kleine masochistische Arschloch, welches er selber war. Er war kein Held. Nicht so, wie es sein Vater war, der ihn immer beschützt hatte. Nicht so, wie die Leute, die Türen aufhielten, die den Einkauf aus Nächstenliebe nach Hause trugen oder die alten Menschen über die Straße halfen. Er machte es immer nur noch schlimmer, obwohl er einfach nur helfen wollte. Selbst die kleinen Dinge schaffte er es noch zu zerstören, besonders wenn diese gerade dabei waren, zu keimen und erste Wurzeln zu schlagen, damit es so richtig schön weh tat und seine Wunden hinterließ.
Seine Lippen pressten sich zu zwei dünnen Linien zusammen und die Kiefer pressten sich aufeinander, ehe ihn wieder diese schiere Wut packte und er seine Faust mit sehr viel Wucht gegen den Sandsack fahren ließ, sodass die anderen Anwesenden doch aufschauten, um zu schauen, ob besagter Sack besagten Mann umgehauen hätte. Dass er seltsam beäugt wurde, war ihm trotz fehlender visueller Wahrnehmung durchaus bewusst, denn seine kognitiven Fähigkeiten lagen in einem äußerst extremen Bereich für einen Blinden, der sich nicht so einfach erklären ließe, als dass er alles übertrieben verstärkt wahrnehmen konnte, wodurch es für ihn unabdingbar war, sich ordentlich fokussieren zu können. Er hatte es sich mühsam erlernen müssen und jetzt bedarf er sich dieser Notwendigkeit, um seiner Sinne und seiner Wut wieder Herr zu werden. Dabei fiel ihm schon etwas auf, was vertraut war und doch schob er es beiseite, weil er der Meinung war, es habe mit diesem Ort zu tun, an dem er viel Zeit verbracht hatte, als sein Vater noch unter ihnen weilte. Er wollte sich nicht ablenken lassen und begann deshalb, sich wieder ganz und gar der Abarbeitung seiner fast unerschöpflichen Schläge und Tritte gegen den Trainingsgegenstand auszuführen, wobei er sich nur auf eben diesen Sack konzentrierte, sodass ihm der deutliche Geruch nach Kaffee, den er doch normalerweise schon viel früher hätte entdecken müssen, erst dann in die Nase stieg, als es in einer akuten Gefahrensituation schon viel zu spät gewesen wäre.
Einen Moment war Matthew Michael Murdock ernsthaft perplex, als er erkannte, wer den Schwung des Sandsackes gebremst hatte. Fürwahr war diese Gefühlsregung auch durchaus berechtigt, wenn man bedachte, dass dieser jemand laut Medien für tot erklärt wurde, obgleich Murdock nicht wirklich daran geglaubt hatte, tatsächliches Wissen oder Wunschdenken mal ganz außen vor gelassen.
“Castle.”, kam es dem Blinden leise und gepresst über die Lippen, denn er wusste noch nicht, ob ihm das so recht gefiel, dem Punisher zu begegnen, während er als Matthew Murdock auf den Straßen unterwegs war. Er war ihm einzig und alleine so unter die Augen getreten, als dieser noch ein Mandant seiner damaligen Anwaltskanzlei Nelson und Murdock gewesen war, doch jetzt sah es da ganz anders aus. Sie waren beide in zivil, weder in Rot noch Schwarz gekleidet, keine Schusswaffen auf der einen Seite, keine Schlagstöcke auf der Anderen und dennoch war der Anwalt alarmiert. Er kannte Frank. Eigentlich kannte er ihn sogar sehr gut und wusste, dass man in Moment nur vom besten Fall ausgehen konnte, allerdings sagte diese kleine Stimme in ihm - und dieses Mal wusste er doch auf sie zu hören - dass er die Gesellschaft mit Vorsicht zu genießen hatte, wenn man es denn so nennen konnte, denn Frank würde so bleiben, wie er war und das schloss die beißenden Kommentare gleich mit ein, auf die Matt durchaus verzichten könnte. Er war gerade nicht wirklich in der Stimmung dazu.
“Wie du sehen kannst.” Er legte kurz eine bedeutungsschwere Pause ein. “Bei dir scheinen auch ein paar Narben dazu gekommen zu sein. Dafür, dass du eigentlich tot sein sollst, atmest du allerdings viel zu viel.”

@Frank Castle




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zuletzt bearbeitet 02.06.2018 09:15 | nach oben springen

#5

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 02.06.2018 13:49
von Frank Castle (gelöscht)
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Es war eine gefühlte Ewigkeit her, dass er sich in einer Sporthalle aufgehalten und zusammen mit anderen trainiert hatte. Genau genommen hatte er dies seit dem Ende seines Dienstes bei den Marines nicht mehr getan. Insgeheim fehlte ihm diese Zeit, mehr noch die Gemeinschaft, welche sie miteinander verbunden hatte. Seine Einheit, die Männer, mit denen er zusammen gedient und die er immer als seine zweite Familie gesehen hatte. Seit seine 'eigentliche' auf solch grausame Art und Weise ermordet worden war, war das Gefühl des Verlustes noch sehr viel größer. Es schmerzte. Jeden Tag, jeden Moment und bei jedem Atemzug, den er tat. Wenngleich man es ihm nach außen hin nicht ansah, litt er innerlich Quälen und es gab nichts, was ihn davon ablenkte geschweige denn Linderung verschaffen könnte. Dass er an diesen Ort gekommen war, war nur einer von so vielen Versuchen zu vergessen, mochte es auch nur für eine kurze Zeit sein...

Dass er ausgerechnet auf einen ihm nur all zu bekannten Schatten seiner Vergangenheit dabei traf, machte es noch sehr viel interessanter und diesen Besuch zu einem der wenigen Höhepunkte, die sein derzeitiges Leben noch zu bieten hatte. Weniger war es Freude, die er beim Anblick des blinden Anwalts, mit dem Hang zu Heldentaten bei Nacht hatte, empfand als denn eine gewisse Genugtuung. Vor allem als er dessen Reaktion auf sein Erscheinen bemerkte, wie er die Kiefer gegeneinander presste und sich deutlich sichtbar in Erwartung eines Angriffs seinerseits anspannte. Für einen kurzen Augenblick kam tatsächlich der Drang in ihm auf dem Mann eben diesen Gefallen zu tun, doch Frank entschied sich dagegen. Vorerst zumindest.

Die Art wie Red, so hatte er den blinden Rächer bei einem ihrer ersten Begegnungen 'liebevoll' getauft, seinen Namen aussprach, veranlasste Frank wiederum dazu die Augen misstrauisch zu verengen. Die Beziehung, die sie zueinander hatten, konnte man im einfachsten Fall als kompliziert bezeichnen, denn auf der einen Seite hatten sie einander mehr als einmal versucht zu töten und am Ende hatte er es dem Anwalt zu verdanken überhaupt noch am Leben zu sein...

"Du solltest doch am besten wissen wie es mit den Gerüchten ist. Man sollte ihnen nie zu viel Beachtung schenken und sich immer ein eigenes Bild machen.", entgegnete er und ließ den Sandsack ohne jede Vorwarnung los um auch die letzte Distanz zwischen sich und Red zu überwinden. "Sieh es als ein Hallo an und... ein Danke für alles. Ohne dich wäre ich nicht hier."

@Matt Murdock


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zuletzt bearbeitet 02.06.2018 13:50 | nach oben springen

#6

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 06.06.2018 10:49
von Matt Murdock • 372 Beiträge

Der Punisher.
Er verband viele negative Ereignisse mit diesem Mann. Als dieser wie aus dem Nichts damit begonnen hatte, die Straßen mit dem Blut verschiedener Gangs und Mafiosis zu tränken, war es dem Anwalt eigentlich gut ergangen. Er hatte seine Kanzlei zusammen mit seinem besten Freund, der zwar hinter sein Geheimnis gestiegen war und noch immer damit zu kämpfen hatte, diesen Aspekt mit dem jungen blinden Mann in Verbindung zu setzen, den er damals an der Columbia kennen gelernt hatte, ihn jedoch nach wie vor nicht im Stich ließ, obgleich Murdock es irgendwo verstanden hätte. Umso erleichterter war er halt damals, als Foggy weiterhin an seiner Seite blieb, obwohl er nun ebenso darin angehalten war, Menschen, die ihm etwas bedeuteten, anzulügen. Das betraf besonders Karen Page. Es machte beiden Männern keine Freude, Karen anlügen zu müssen, doch gerade Matthew hatte harte Überzeugungsarbeit geleistet, damit Foggy Nelson nicht doch auf den Gedanken kam, die blondhaarige Sekretärin ihrer Kanzlei in das Geheimnis um die wahre Identität des Teufels von Hell’s Kitchen einzuweihen. Oftmals hatte der Rächer bei Nacht allerdings schon mit dem Gedanken gespielt, es ihr doch zu sagen, es bis heute jedoch nicht über sich gebracht, obwohl es längst überfällig war. Nach all den teils wunderbaren teils furchtbaren Dingen, die zwischen ihnen beiden passiert waren, hatte sie es verdient, die Wahrheit über ihn zu erfahren, die Wahrheit über Daredevil zu erfahren. Doch wie würde sie reagieren, wenn sie erfahren würde, dass hinter der mittlerweile roten Maske ihr Ex-Freund steckte, dem sie vertraut und der sie auf viele nur erdenkliche Weisen betrogen hatte. Zumindest hatte er diesen Betrug in ihren Augen gesehen, als sie kam und die verletzte … Elektra in seinem Bett vorgefunden hatte.
Es riss eine alte Wunde wieder auf, auch nur an die dunkelhaarige Frau zu denken, die sein Leben jetzt schon zweimal total Kopf hatte stehen lassen. Sie war fort. Fort für immer und er vermisste sie so sehr, dass er manchmal nicht richtig atmen konnte, da der Druck auf seiner Brust ins Unermessliche anwuchs. Sie hatte ihn erst lebendig werden lassen, ihn dabei aber auch gleichzeitig getötet. Ihre Anwesenheit in seinen Gedanken tötete ihn immer wieder aufs Neue und es grenzte wirklich an ein Wunder, dass er nun hier seinem alten Kontrahenten gegenüber stand, für den er vielleicht irgendwann einmal so etwas wie Sympathien entwickeln könnte.
Frank Castle. Der Punisher.
Ein Mann, der wie er gegen die Ungerechtigkeit und die Gewalt anging, indem er, wie sollte es auch anders sein, selber Gewalt anwendete, die allerdings immer mit dem Tod seiner Opfer endete. Wie oft hatten die beiden Männer nun schon über die moralischen Ansätze dieser Taten diskutiert und sich dabei in ihren Geschichten und in ihren Argumenten verloren, ohne wirklich auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen? Matt für seinen Teil hatte noch nicht einmal angefangen, mitzuzählen, jedoch bemerkte er gerade, dass er es irgendwo auch genossen hatte, sich mit dem kräftigen Mann zu messen, nicht nur geistig, sondern auch körperlich. Frank hatte eine unglaubliche Kraft und Widerstandsfähigkeit vorzuweisen, was von Matts Flexibilität, seinen Kampfkünsten und seinen Sinnen allerdings ansatzweise wettgemacht werden konnte.
Nun wusste der Anwalt aber nicht, wie er mit dieser Situation umzugehen hatte. Er musste auf der Hut sein, musste sich auf Frank fokussieren, damit ihm keine einzige Regung seinerseits entging, jedoch nahm er nicht wirklich etwas wahr, worauf schließen ließ, dass ihm im Moment Gefahr drohte. Sein Herzschlag war ruhig, in seiner Stimme schwang noch nicht dieser gewisse Unterton, wann immer von Trauer und Zorn gezeichnete Erregung von Frank Besitz ergriff. Ging es dem Mann wirklich nur darum, die Gesellschaft von einem alten Bekannten zu suchen? Der Einsamkeit für diesen Augenblick ein Schnippchen zu schlagen?
Matt wusste es nicht, doch es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich darauf einzulassen, denn wenn er ehrlich war, so traf auf ihn doch dann Ähnliches zu. Die Ablenkung, die der Ex Marine ihm bot, überschattete die Resignation, die sich in dem dunkelhaarigen Mann festgesetzt hatte. Er war eine Ablenkung, die Matthew Michael Murdock, der nun dabei war, eine Augenbraue zu heben, nachdem er des zurück schwingenden Sandsacks wegen einen Schritt nach hinten gesetzt hatte, um nicht getroffen zu werden, vermutlich bitter nötig hatte.
“Du bedankst dich?”, hakte er nach, setzte aber auch noch gleich hinzu: “Du weißt, ich tu das, was nötig ist, und dich sterben zu lassen, wäre nicht richtig gewesen.”
Er meinte es wirklich so. Ihm lag etwas daran, das Leben anderer zu schützen und das schloss sogar Frank Castle mit ein, egal, was er auch immer tat.

@Frank Castle




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zuletzt bearbeitet 12.06.2018 08:20 | nach oben springen

#7

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 12.06.2018 14:44
von Frank Castle (gelöscht)
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Frank hatte sich seit jeher schwer damit getan auf andere zuzugehen geschweige denn so etwas wie Einsicht oder gar Dankbarkeit zu zeigen. Umso mehr war er von sich selbst und seinen eigenen Worten in diesem Moment überrascht. Nach außen gab er sich wie gewohnt unnahbar. Ruhig, düster und undurchsichtig für all jene, die ihn nicht kannten und einzuschätzen wussten.

Auf der anderen Seite war es ihm nach all dem, was in den vergangenen Monaten geschehen war, ein inneres Bedürfnis gewesen auf den Mann zuzugehen ohne die Absicht ihm aus welchen Gründen auch immer ein Leid zuzufügen. Oft genug hatten sie sowohl verbal als auch körperlich Auseinandersetzungen miteinander ausgetragen, bei denen keiner von ihnen beiden wirklich als Sieger hervor gegangen war. So unterschiedlich sie auch in ihren Ansichten waren wie man mit dem Abschaum umzugehen hatte, glichen sie sich in ihrem ganzen Wesen mehr als sie es bereit waren zuzugeben. Vielleicht war dies der Grund warum es Frank vergleichsweise leicht fiel sich bei seinem Retter, denn nichts anderes war er für ihn, zu bedanken. Allerdings tat er dies, wie alles andere auch, auf seine ganz eigene Weise.

Dennoch beging er nicht den Fehler seine gesamte Deckung fallen zu lassen. Weder mental noch physisch. Dazu war er zum einen zu sehr Marine und auf der anderen Seite einfach zu misstrauisch im Laufe der Jahre geworden. Genau genommen vertraute er niemandem oder redete es sich ein, denn wenn er sich selbst gegenüber war, gab es da schon einen Menschen, dem er bereits nach der ersten Begegnung zwischen ihnen vertraut hatte und es bis zum heutigen Tag tat,auch wenn es lange her war, dass sie einander begegnet waren. Sie war es, die von Beginn an auf seiner Seite gestanden hatte und mehr noch an ihn geglaubt hatte. Karen Page, das war ihr Name. Eine Frau, die ihn auf eine Weise berührt hatte, wie es einzig seiner Frau zuvor gelungen war...

Als er die Antwort des Mannes vor sich hörte, sah wie er nach hinten hin dem Sandsack auswich, lachte er leise und schüttelte den Kopf. "Ich bin tot. Das war ich damals schon und nun bin ich es auch offiziell. Wir sind beide gleich, du und ich. Ob du es nun wahr haben willst oder nicht.", entgegnete er und betrachtete Matt genauer, musterte ihn eingehend von oben bis unten. "Du hast dich verändert." Worauf sich seine Aussage nun genau bezog, ließ Frank bewusst offen. Auch er war nicht mehr derselbe Mann wie damals, als sie sich das erste Mal begegnet waren.

@Matt Murdock


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zuletzt bearbeitet 13.06.2018 17:51 | nach oben springen

#8

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 21.06.2018 14:34
von Matt Murdock • 372 Beiträge

Was sein Gegenüber dachte, war selbst für den selbsternannten Lügendetektor schwer zu erfassen, wenn es nicht gar unmöglich war, denn der Puls war so ruhig, dass man glauben könnte, er würde sich traumlos die paar Stunden Schlaf gönnen, die sein Körper zumindest brauchte, um ansatzweise funktionieren zu können, obgleich sich Matthew beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass diesem Mann seine grauenvollen Erlebnisse nicht bis in den Schlaf verfolgten, von denen ihm Frank damals auf dem Dach erzählt hatte, als er den Teufel von Hell’s Kitchen mit Eisenketten an den Schornstein des Hauses gefesselt gefangen hielt, um ihm unter anderem von seinem Beobachtungen über eben diesen Selbstjustizler in Kenntnis zu setzen, als auch ihm eine Lehre in Sachen Einmischung zu erteilen. Auf diesem Wege hatte es angefangen und seitdem sind sie sich immer wieder in die Quere gekommen, da sie einander kein Stück ignorieren konnten, denn während Frank tötete, um Vergeltung zu üben, was Matt gewillt war, mit vollem Körpereinsatz zu vereilteln, hatte der Rächer bei Nacht dem bulligen Mann, den man nur den Punisher nannte, aufgrund dessen deutlich imponiert, dass er nicht einfach nur zusah, während die Stadt sich selbst zugrunde richtete, obgleich der Schritt, der ihre beider Vorgehensweisen voneinander unterschied, bisher von Daredevil nicht überschritten worden war.
Matthew erinnerte sich noch an die Worte, die Frank zu ihm gesprochen hatte, erinnerte sich daran, dass er meinte, ihm würde nur eben dieser kleine Schritt fehlen, um so zu werden wie der Punisher. Ein Mann, der das Morden als notwendiges Übel ansah. Ein Mann, der diese Last auf sich nahm. Ein Mann, der Rache übte. Ein Mann, dessen leises Lachen Matthews Nackenhärchen zu Berge stehen ließ und das nicht unbedingt aus dem Grund, weil es unangenehm war, sondern vielmehr, weil er darin womöglich besser lesen konnte, als so manch jemand aus den Augen des kräftigen Mannes zu filtern vermochte. Vielleicht war das Lachen nicht unbedingt freudlos, aber als beschwingt konnte man dieses nun auch unter gar keinen Umständen beschreiben, denn vielmehr schlich sich nach wie vor dieser Schmerz als brummender Unterton mit ein, der diesen ganzen Mann genauso umgab wie der Duft nach starkem Kaffee, den Murdock wohl nie wieder aus der Nase bekommen würde, aber durchaus dem Smog und dem Gestank von Abfall, Blut und Erbrochenem den Vorzug gab, was natürlich jeder so handhaben würde, jedoch war er ganz klar der Erste, der die Hand diesbezüglich heben würde. Allgemein wünschte er sich manchmal, dass er all das nicht wahrnehmen könnte, wenn er ganz normal sein könnte, was Normalität für einen Blinden dann auch immer bedeuten mochte, denn es gestaltete sich als ziemlich schwierig, sich genau das vorzustellen, während einem diese hypersensiblen Sinne zur Verfügung standen, mit denen man einen Menschen auf Herz und Nieren durchchecken konnte, wie er es immer wieder bei Frank Castle machte, seitdem dieser sich mit ihm unterhielt, als würde sie beide diese gewalttätigen Auseinandersetzung entweder eben nicht verbinden, oder sie hätten sich auf Frieden geeinigt, was eindeutig nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprach, denn sie würden wieder aneinander geraten, sobald Frank seine Waffen in die Hände nahm und damit auf die Köpfe anderer Menschen zielte, wenngleich es sich bei diesen Menschen um Verbrecher der übelsten Sorte handelte.
Matthew entging es nicht, wie der prüfende, alles aufnehmende Blick des Punishers über seinen kompletten Körper wanderte, nachdem er ihm wiederholt in Kenntnis setzte, wie sie sich doch beide gleichen würden, was er, wie Castle so schon vorausgesagt hatte, vehement verneinte, so zumindest seinem festen Ausdruck im Gesicht nach zu urteilen, wie sich die Kiefer zusammen bissen und die Augen sich leicht verengten, wie es bei dem Teufel von Hell’s Kitchen nun einmal enthielt, wenn er jemandem widersprechen wollte, sich aber eines Kommentars verhielt, da er eh mit der nächsten Aussage seitens Frank beschäftigt war. Zugegeben, er hatte sich verändert, wobei er dabei nicht gerade vom Guten ausgeht, doch das machte diese verräterische Zeit einfach, dieses widerwärtige Schicksal, welches seine Klauen in Individuen wie ihn oder Castle geschlagen hatte und immer mehr Fleisch heraus riss, bis nichts mehr außer die Knochen da sein würde, nichts mehr außer diese Leere, die sich wie ein Schwere auf einen legte und unter sich begrub, bis man zu ersticken drohte.
Diese Veränderung nahm er auch an dem Mann ihm gegenüber wahr, wobei er wirklich nicht nur die frischen Narben meinte, denn die Verbitterung triefte ihm mittlerweile eimerweise aus den Poren.
“Das Gleiche kann man auch von dir sagen, Castle. Aber wir gleichen uns nicht.”
Nun hatte er es doch getan und sich dazu geäußert, hatte ihm wieder bewiesen, dass er es nicht wahrhaben konnte. Eins zu sein mit einem Mann, der Menschenleben gekostet hatte und da bezog er sich nicht auf dessen Zeit bei der Marine, war für einen Katholiken, wie Matthew es einer war, wenn man von seinen Ausschreitungen als Selbstjustizler mal absah, einfach undenkbar und doch erwischte er sich wieder dabei, wie er seine eben ausgesprochenen Worte anzweifelte.
Nun reckte er allerdings das Kinn vor, einfach nur, um nicht so elendig auszusehen, wie er sich gerade fühlte, was er nicht nach außen hin zeigen wollte, auch wenn Frank es schon längst gesehen hatte.
“Du hast dein Ziel noch nicht erreicht, ist das richtig?”, nahm er ihn ins Verhör und brachte sich dadurch in seine persönliche Komfortzone, wo seine Anwaltsstimme Selbstsicherheit ausstrahlen konnte, so als habe er die Situation bestens unter Kontrolle, ein Fakt, der natürlich nicht wirklich zutraf, wenn man es mit Frank Castle zu tun hatte.
“Du weißt, dass ich das nicht zulassen kann.”


@Frank Castle




Be careful of the Murdock boys. They got the devil in’em.

zuletzt bearbeitet 21.06.2018 17:00 | nach oben springen

#9

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 25.06.2018 12:01
von Frank Castle (gelöscht)
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Dass der Mann vor ihm mindestens ebenso kaputt war wie er selbst es war, dazu brauchte es nicht sonderlich viel Menschenkenntnis. Frank erkannte ein menschliches Wrack, wenn er eins vor sich sah und egal wie viel Mühe sich Red auch machte seinen Schmerz zu verbergen, man konnte diesen förmlich riechen. Aus welchen Gründen genau er nun derlei Qualen litt, scherte ihn hingegen nur geringfügig. Er war Soldat und kein Psychologe oder Geistlicher, der anderen die Beichte abnahm. Zwar war er beinahe Priester geworden, aber eben nur beinahe. Mit Gott und der Kirche hatte er jedenfalls ein für alle Male abgeschlossen. Er war der festen Überzeugung, dass die Menschen und nur die Menschen allein ihr Schicksal in der Hand hatten. Es gab nichts Göttliches in dieser Welt, einzig all jene, die sich für Götter hielten, die keinerlei Skrupel kannten und denen Leben einzelner vollkommen gleichgültig waren. Wenn er eines gelernt hatte, dann das manche Menschen zu allem fähig waren und es Abgründe gab, die so tief und erschreckend waren, dass man selbst Gefahr lief hinein gesogen zu werden. Es hatte Zeiten gegeben, da hätte er dieser Versuchung nachgegeben, weil ihm die nötige Stärke und vielmehr noch das Wissen gefehlt hatten. Er hatte an das Gute in der Welt geglaubt, dass man etwas verändern konnte, wenn man es nur wollte und all seine Kraft einsetzte. Welch ein Narr er doch gewesen war. Statt etwas Gutes zu bewirken, hatte er sich selbst für den Tod seiner Familie und so vieler andere unschuldiger Menschen zu verantworten, die er durch sein Handeln in Gefahr gebracht hatte. Sein gesamtes Leben hatte sich auf den Kopf gestellt, man hatte ihm den Boden unter den Füßen weggerissen und ihn auf eine Weise getötet, die weit schlimmer war als der Tod selbst. Wenngleich er noch immer atmete, aß, trank und schlief, war doch innerlich mehr als nur einmal gestorben.

Jeder hatte seine ganze eigene Weise mit Schmerz und Verlust und all den anderen negativen Gefühlen umzugehen. Er hatte sich für die Waffe entschieden. Genau genommen jede Waffe, die er in seinen Besitz bringen konnte. Hauptsache sie funktionierte. Notfalls blieben noch seine Fäuste, die mindestens ebenso tödlich sein konnten wie eine 38er. Das dem so war hatte der Mann, der direkt vor ihm stand mehr als nur einmal am eigenen Leib erfahren und trotz allem lebte er noch. Was nicht zuletzt daran lag, dass Frank ihn auf eine gewisse, seine ganz eigene Weise schätzte und respektierte. Seine Methoden hingegen konnte und wollte er beim besten Willen nicht akzeptieren. Ebenso wenig wie die Antworten, die er ihm gab. Daher war ein leises, nicht minder wütendes Schnauben seine erste Reaktion, gefolgt von einem abschätzigen Schnalzen mit der Zunge und dem Verziehen der Mundwinkel.

"Nein, Red, du hast Recht. Du und ich, wir sind zwei grundverschiedene Männer und weißt du auch warum, hm? Ich meine damit nicht diese lächerliche Maske, die du da trägst, wenn du los ziehst um die Welt zu retten oder diesen Strampelanzug ... oh nein, ich rede von der Art wie wir die Dinge angehen, wie wir sehen, uns überlegen was man machen könnte um es zu einem Ende zu bringen ... Und weißt du, ich sage dir hier und jetzt genau das Gleiche, wie ich es dir damals auf dem Dach erklärt habe - du erinnerst dich doch sicher noch, oder?! Menschen ändern sich nicht. Wenn du sie triffst, stehen sie wieder auf. Immer und immer wieder. Ich hingegen sorge dafür, dass sie am Boden bleiben. Du siehst, wir sind uns keineswegs gleich." Mit jedem Wort, dass er aussprach, wurde die Wut in ihm größer bis sie einem Feuer gleich hell leuchtete. Der Zorn drohte ihn einmal mehr von innen heraus zu verzehren und er tat das, was ihm in diesem Moment ein Ventil bot: er schlug mit geballter Faust seinem Gegenüber ins Gesicht.

@Matt Murdock


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zuletzt bearbeitet 09.08.2018 13:14 | nach oben springen

#10

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 11.08.2018 19:14
von Matt Murdock • 372 Beiträge

Noch während er zu dem Mann vor sich sprach, richtete er seine kompletten Sinne auf seinen Gesprächspartner aus, denn er wollte den Moment nicht verpassen, an dem er sich würde ducken müssen, denn genau das würde passieren. Es gab kaum ein Gespräch zwischen ihnen, welches nicht in einer hitzigen Diskussion und nicht zuletzt auch in einer Schlägerei zwischen ihnen geendet hatte. Sie provozierten einander auf eine ganz gewisse Art und Weise und die über jegliche Streitereien und Konkurrenz hinausging. Matthew hatte aber auch immer wieder bewiesen, dass er ebenso wie Karen mehr in diesem Mann gesehen hatte als den Punisher, der die Straßen in Blut getränkt hatte. Die tragische Geschichte Castle’s war ihm sehr geläufig, denn seine Kanzlei hatte damals sehr gute Recherchearbeit geleistet und doch war sich der Anwalt nicht sicher, ob sie ihm hatten helfen können. Er bezweifelte es, denn so wie in ihm hatte sich auch der Schmerz in Frank durch seinen Körper gefressen, sodass es verwunderlich war, dass sie sich noch zusammenhalten und aufrecht stehen konnten. Beide Männer waren tot und hatten kaum noch etwas, an das sie sich klammern konnten. Franks Rache ließ diesen weitermachen, während Daredevil es in seiner Pflicht sah, weiterhin des Nachts umher zu streifen, um den Wehrlosen eine Faust zu sein. Eine Faust, die sehr gut darin geworden war, auszuteilen und nicht aufgab, wo andere schon längst gescheitert waren. Es lag nicht in seiner Natur, dem Schmerz und dem Leid der Stadt den Rücken zu kehren. Er hatte es versucht. Foggy zuliebe, doch der Drang in ihm war viel zu stark. Er musste zurück zu seinem Anzug greifen. Er musste zurück auf die Straßen der Stadt und all jene ihrer gerechten Strafe zuführen, die zunächst seine Wut und später das Gesetz für sie bereit hielt. Ein Gesetz, welches er sich eigentlich auch zu stellen hatte, denn als Anwalt wusste er natürlich, wie viele er schon in seinem Leben gebrochen hatte. Wann immer er nachts sich auf den Straßen eine Schlägerei lieferte, den Straftätern einen Denkzettel verpasste, oder sie sogar gefesselt vor dem fünfzehnten Revier auf dem Präsentierteller servierte, stellte er sich selbst gegen das Gesetz, welches er als Anwalt doch immer gelobte zu achten. Eine kleine Stimme flüsterte ihm dann doch immer wieder zu, wie geheuchelt es doch von ihm war, doch jeden Abend ignorierte er sie und schlug weiter zu, versuchte Gerechtigkeit auszuüben und verlor sich manchmal doch selbst darin.
Wer war er schon? Er war Matthew Michael Murdock. Ein Mann, der nicht sehen konnte. Ein Mann, der trotzdem genug von dieser Scheußlichkeit sehen konnte. Ein Mann, der nun die Lippen aufeinander presste, als sich die Stimme seines Gegenüber gegen ihn erhob und ihm wieder eine Gänsehaut bescherte, die allerdings nichts mehr mit Wohlgefallen zu tun hatte. Es wurde eisig um sie herum, denn obwohl es draußen auf den Straßen so schwül wie eh und je war und sie mittlerweile das Fog’s für sich alleine hatten, spürte Matthew diesen hitzigen Zorn des Mannes auf der Haut, dessen Leid gerade überdeutlich aus seiner Stimme herauszuhören war. Sie überschlug sich für andere kaum merklich, doch Murdock fiel es sofort auf. Er hörte es und doch blieb ihm kaum Zeit, auszuweichen oder die Arme als Schutz zu heben, als der Windhauch und das Zischen den Luft ihm sagten, dass Frank seine Faust in Richtung seines Gesichts fliegen ließ.
Der Schmerz explodierte in Matthew’s Gesicht und ließ ihn Sterne sehen, während er zurück taumelte und Blut schmeckte. Es war vorauszusehen gewesen und doch hatte er trotz hypersensibler Sinne nun den ersten Schlag kassiert, der es wirklich in sich hatte. Er fühlte sich noch einen Moment richtig blind und hatte gut damit zu tun, sich auf den Beinen zu halten, doch als er das Gleichgewicht wieder hatte finden können, sah man einen Moment so etwas wie Bedauern in seinen Zügen, ehe sich die Kiefer heftig aufeinander drückten, er voraus sprang und selbst zu einem Schlag mit seiner Rechten ausholte, wobei er ebenso wie Frank bei ihm auf sein Gesicht zielte und dabei einen wütenden Laut von sich gab.

@Frank Castle




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#11

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 14.08.2018 12:09
von Frank Castle (gelöscht)
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Genugtuung oder etwas, was diesem Gefühl sehr, sehr nahe kam durchflutete ihn als seine geballte Faust das Gesicht des im Grunde so verhassten Mannes traf, der im gleichen Maße aber auch ein Freund war. Ein Umstand, der die Wut in ihm nur noch größer werden ließ und mit ihr den Impuls verstärkte noch einmal auf ihn einzuschlagen. Er musste es tun, er musste es einfach, weil er sonst glaubte an all dem Zorn, Hass und Schmerz zu ersticken. Einen anderen Weg oder gar einen Ausweg, sah er für sich nicht. Es war wie damals in Kandahar als er jede Kontrolle über sich und sein Handeln verloren hatte. Nichts und niemand konnte ihn in solch einem Moment stoppen, selbst der Schmerz nicht, welcher damals von seinen Wunden hergerührt hatte und heute aus seinem Innern heraus kam. Eben dieser war es, der ihn so weit trieb auf den Mann einzuschlagen, dem er es eigentlich zu verdanken hatte nicht in einer Todeszelle in Delaware zu verrotten, so wie es die Staatsanwältin gefordert hatte. Gewiss gab es diesen Gedanken irgendwo in seinem Kopf, doch wie seine Vernunft, wurde dieser von anderen, sehr viel lauteren Empfindungen übertönt, die ihn nur zu einer einzigen Reaktion brachten und diese lautete nicht zu reden.

Ein Lächeln, was sich rasch zu einem Grinsen entwickelte, zeigte sich auf Franks Lippen als er sah wie Red unter seinem Schlag ins Taumeln geriet und er schüttelte seine Faust, lockerte die Muskeln auf diese Weise um sich für eine weitere Runde zu wappnen. Viel zu lange schon hatte er sich nicht mehr geprügelt und es war immer wieder aufs Neue eine Herausforderung gegen den blinden Helden, der gar nicht so blind war, wie er es einen immer wollte glauben lassen. Auch wenn Frank nicht wusste wie es dem Mann gelang zu sehen, nahm er mehr von seiner Umgebung wahr als jeder andere, dessen Welt nur aus tiefer Dunkelheit bestand. Dies bewies seine Reaktion und er machte sich nicht einmal die Mühe auszuweichen, erwartete gar den Faustschlag und schloss die Augen als der Schmerz sich von seinem Kiefer aus hin zu seinem Gehirn und von dort aus über sein gesamtes Gesicht ausbreitete. Anders als sein Gegenüber wankte er nicht einmal, war er doch vorbereitet und vor allem sehr viel kräftiger als der Anwalt. Statt vor Wut zu schnauben, fing Frank an laut zu lachen. "Mehr hast du nicht drauf?!", rief er Matt entgegen und wischte sich mit dem Handrücken das Blut fort, welches aus der geplatzten Lippe hinein in seinen Bart lief. Ohne eine Antwort abzuwarten holte er zu einem weiteren Schlag aus und hob zugleich das Knie um seinem ewigen Widersacher einen gezielten Stoß zwischen Magen und Lunge zu verpassen.

@Matt Murdock


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#12

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 18.12.2018 09:52
von Matt Murdock • 372 Beiträge

Es war vermutlich irgendwo ein Glücksfall, dass sie gerade unter sich im Fogwell’s waren, denn wie hätte man es sich sonst erklären sollen, dass dieser viel schmalere Mann, der obendrein noch blind war, plötzlich mit solch einer Präzision auf das Gesicht eines ihm um Längen an Körperkraft überlegenen Mannes zielen konnte und sogar traf, wobei er gleich bemerkte, dass es Frank nicht im Geringsten etwas auszumachen schien. Nicht nur, dass dieser Berg an Muskeln, hartem Training und einer unbeugsamen Vitalität nicht einmal ins Schwanken kam, so brach aus ihm auch ein schaurig freudloses Lachen hervor, welches Matt’s Nackenhaare zu Berge gehen ließ. Es klang unheilvoll, doch während es andere vielleicht das Fürchten gelehrt hätte, frustrierte es den Teufel in Zivil nun eher. Er verspürte keine Angst vor dem Punisher, obwohl dieser gefährlich einzustufen war, aber dennoch machte es ihm deutlich etwas aus, wie dieser ihm gerade begegnete, wie dieser seine Wut zu nähren wusste, so als wäre es absolut offensichtlich, welche Knöpfe man bei ihm aktivieren musste, um eben jene Handlungsweisen auszulösen.
Matt hatte nie wirklich mit Frank über sich gesprochen. In ihren Gesprächen war es meist immer nur darum gegangen, was aus Frank den Punisher gemacht hatte und wie sie beide mit allem umgingen. Wie aus dem Anwalt wiederum der Teufel von Hell’s Kitchen geworden war, das dürfte für ihn nicht grundsätzlich ersichtlich sein, jedoch wusste man auch darum, dass für ihn eher das Ergebnis zählte und so war es Matt auch nach wie vor bewusst, dass Frank seine Methoden bezüglich der Bekämpfung der Parasiten bis zum Himmel wie die Abfallsäcke stanken, die sich in vielen Gassen dieser Stadt ansammelten und vergessen wurden.
Er bezweifelte stark, dass sie sich in diesem Punkt jemals einig werden würden, jedoch vertraten sie wohl gerade beide dieselbe Meinung, hiermit fortfahren zu wollen. Matthew hatte es sowieso im Blut, denn die Männer in der Familie Murdock waren so. Genau das hatte sein Vater ihm immer wieder erzählt und es war zu ihrem Motto geworden. In den Murdock-Männern steckte der Teufel, vor dem man sich definitiv in Acht nehmen sollte. Die Vergangenheit hatte es auch deutlich gezeigt, denn für Matt selber fühlte es sich immer so an, als würde er sein Umfeld ganz und gar konsumieren. Für die meisten schlimmen Vorfälle, die seine Freunde bisher ereilt hatten, machte er sich mit verantwortlich, denn er zog sie, egal wie sehr er auch versuchte, sie aus seinem Doppelleben herauszuhalten, immer wieder mit in seine Kämpfe hinein, weil er es einfach nicht schaffte, seine beiden Leben voneinander getrennt zu halten. Er war ein mieser Freund und das wusste er auch nur zu gut, weil er es in Foggy’s Stimme gehört hatte. Er hatte es in Karen’s Atemmuster wahrgenommen. Wann immer sie sich nach dem ganzen Scheiß auf dem Dach des Metro General getroffen hatten und das war nicht wirklich oft gewesen, war es ihnen anzumerken, dass sie ihn am liebsten zum Mond schießen würden, aber er ihnen noch immer etwas bedeutete, so wie sie ihm immer etwas bedeuten würden. Sie waren seine Familie. Die einzigen Menschen, die noch irgendwo für ihn da waren, auch wenn er sie von sich fern hielt, als würden sie ihn nicht kümmern, was absolut nicht der Wahrheit entsprach und es schmerzte ihn, ihnen auch das noch antun zu müssen, aber es war der einzige Weg, den er in diesem Chaos gesehen hatte, um sie zu beschützen. Um sie davor zu bewahren, dass er sie auch endgültig mit in den Abgrund zog, wo das Blut all derer ihm schon bis zur Taille stand, die er seine Fäuste hatte spüren lassen und die seinetwegen schon hatten leiden müssen.
Das Blut spürte er zwar nicht, aber er konnte es riechen und gerade erfüllte die Luft nicht der Geruch seines Eigenen, was gerade unwirsch aus dem Gesicht gewischt wurde.
Auf Franks Worte konnte er aber nichts mehr erwidern, da dieser auch schon zum nächsten Schlag ausholte, für den Matt ganz im Stile des Wing Chun hob er seinen Arm, um den von Castle zu blocken, damit er aus dem Schwung heraus selbst zuschlagen konnte, doch er hörte das Rascheln von Stoff und spürte die Vibration in der Luft, die von einer Bewegung herrührten, die so nicht zu dem Schwung von Franks Schlag passen wollten, was er aber viel zu langsam als einen zusätzlichen Angriff von unten definieren konnte, sodass er zwar den Arm blockte, den Tritt mit dem Knie voraus aber deutlich zu spüren bekam, sodass er aufstöhnte und am liebsten zu Boden gegangen wäre, nur damit es endlich aufhörte, doch es lag ihm einfach nicht in der Natur, sodass er unter Schmerzen sich zur Seite kippen ließ, dabei einen seitlich drehenden Salto vollführte, der ihm den benötigten Schwung geben konnte, damit er seine Handkante gezielt zwischen Oberarm und Schulter setzen konnte.

@Frank Castle



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#13

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 11.01.2019 00:21
von Frank Castle (gelöscht)
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Auch wenn er eigentlich gekommen war um zu trainieren, sich fit zu halten und gleichzeitig Ablenkung zu finden, machte es ihm nichts aus sich nun mit dem Mann zu prügeln, der ihm immer wieder in die Quere kam um ihn davon abzuhalten, was er sich vorgenommen hatte zu tun. Nein, Frank sah es nicht ein diejenigen, die in seinen Augen nichts anderes als den Tod verdient hatten, am Leben zu lassen, sie gar laufen zu lassen um sie dann irgendwann später wieder aufzugreifen oder aus der Zeitung heraus von ihren neuerlichen abscheulichen Taten zu erfahren. Oh nein, er war ein Mann, der die Dinge, die er einmal angefangen hatte auch zu Ende brachte – kostete es was es wollte, auch wenn es sein eigenes Leben war. Vermutlich war dies einer der Gründe warum er den Mann vor sich, der ihm eben diesen verdammt gut platzierten Kinnhaken verpasst hatte, so sehr hasste und gleichzeitig auf eine bizarre Art und Weise respektierte. Es gab weiß Gott nicht viele Menschen in dieser Stadt, die eine Begegnung mit ihm überlebten oder denen es gar gelang seinen Respekt zu erlangen. Er wurde nicht umsonst von den Medien The Punishergenannt, ein Name mit dem er sich zu Beginn nicht wirklich hatte identifizieren können, im Nachhinein betrachtet jedoch sehr gut das beschrieb was er mit denen tat, derer er habhaft wurde. Man konnte fast sagen, dass er sogar einen gewissen Gefallen an diesem Namen, diesem Titel gefunden hatte. Allerdings sah er sich nicht als Helden oder dergleichen, schmückte sich nicht damit oder empfand so etwas wie Stolz. Das war etwas für die, die es nötig hatten im Mittelpunkt zu stehen, die nach Anerkennung lechzten, ganz gleich welcher Art diese war. Sie wollten Beachtung finden, wollten mit Ruhm überschüttet werden um sich dann in der Menge feiern zu lassen. Dabei trugen sie stets diese albernen Kostüme, Capes oder wie auch immer sie es nannten damit man ihre wahre Identität nicht erkannte. Dass sie sich dabei noch lächerlicher machten, war dabei nebensächlich, es zählte einzig und allein der große Auftritt. Ja, Frank kannte es und auch wenn der Mann, dem er in diesem Augenblick gegenüber stand auch dazu neigte sich zu verkleiden, wenn er des Nachts als Daredevil auf die Jagd ging, so unterschied er sich in so vielen Dingen von all diesen Superhelden. Sie beide wussten nur zu genau, dass keiner von ihnen beiden in dieses Schema passte und auch gar nicht den Wunsch danach hatte. Sie waren weit davon entfernt ruhmreich zu sein, zumindest im Sinne derer, die Helden machten und ebenso schnell wieder zu Fall brachten.

Letzteres war Franks Bestreben als er sein Knie zu einem weiteren Angriff, einem Tritt zwischen Magen und Lunge seines Widersachers, anhob um diesen einmal mehr zu beweisen wie er es pflegte gegen seine Gegner vorzugehen. Als ausgebildeter Marine war er im Nahkampf mindestens ebenso tödlich wie mit einer Waffe in der Hand. Wobei er einem Messer immer den Vorzug gab, denn das war ein verlässliches Werkzeug und der beste Freund eines jeden Marine. Aber das hier, das war eine andere Art von Kampf. Hier zählten einzig und allein Fäuste, Ausdauer und körperliche Stärke. Nicht mehr und nicht weniger. Es war ein reines Kräftemessen zwischen den beiden so ungleichen Männern, die sich doch so sehr ähnelten ohne dass es einer der beiden auch nur ansatzweise dazu bereit war dies zuzugeben. Genauso wenig wie sie dem anderen in irgendeiner Weise Schwäche zeigen konnten, ungeachtet der Schmerzen, die sie nicht nur in diesem Moment bedingt durch die Schläge und Tritte, die sie einander verpassten, verspürten, sondern vielmehr jene tief in ihnen drinnen verborgenen Qualen. Frank hatte es ihm damals auf diesem Dach angesehen, hatte es in seinen Worten und in seiner Stimme gehört. Vielleicht gelang es dem blinden Anwalt allen anderen etwas vorzumachen, er für seinen Teil hatte ihn längst durchschaut. Genauso wie er den Versuch der Abwehr seines weiteren Faustschlages hatte kommen sehen, ja nahezu mit der Reaktion gerechnet hatte und deswegen zu dem Tritt angesetzt hatte, der zu seiner eigenen Genugtuung sein Ziel wie auch seine Wirkung nicht verfehlte. Er hörte das Stöhnen seines Kontrahenten, sah wie er sich für den Bruchteil einer Sekunde unter dem explodierenden Schmerz krümmte. Oh ja, man nannte diese Region des Körpers nicht ohne Grund Solar Explus und Frank wusste nur zu gut, dass man auf diese Weise einen Gegner in die Knie zwingen konnte. Was er allerdings nicht kommen sah oder aber erst viel zu spät, war die Antwort auf seinen Tritt und sein Versuch die Kante der Hand, die sich auf seine Schulter zu bewegte, schlug fehl.

Ob nun beabsichtigt oder nicht traf Matt in diesem Moment die noch immer frische Wunde, die er vor gar nicht langer Zeit erlitten hatte und es war an ihm gequält zu stöhnen. Für einen winzig kleinen Moment drohte ihm Schwarz vor Augen zu werden und es trieb ihm die Luft aus den Lungen. „Scheiße … Mann ...“, brachte er keuchend hervor und hielt sich aus einem Reflex heraus die schmerzende Stelle. Rasch bildete sich ein dunkler, nasser Fleck unter dem Stoff und sein Blick verfinsterte sich. Getrieben von neuerlicher Wut holte er zu einem weiteren Schlag aus, die Hand seines unversehrten Arms zur Faust geballt und das Gewicht auf eine Weise verlagert, dass er bereit war ein weiteres Mal zuzutreten.

@Matt Murdock


SOMEONE TOLD ME ONCE "LIFE IS JUST TRYING NOT TO BE LONELY"
EVERY TIME I TRY TO PUT THE PIECES TOGETHER SOMETHING WON'T FIT.


i am not the one who dies, i am the one who is killing.
YOU NEED TO LET ME BE WHAT I AM MEANT TO BE
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#14

RE: Fogwell's Gym

in Archivierte Plays 25.01.2019 09:55
von Matt Murdock • 372 Beiträge

Er selber wollte es gar nicht so genau wissen, ob er es nun ernsthaft darauf abgezielt hatte, diese doch noch recht frische Wunde an Franks Schulter mit der Kante seiner Hand zu erwischen, doch er traf diese so genau, sodass der Schluss auch für ihn nahe lag, denn mit seinen absurd übernatürlichen Sinnen hatte er diese natürlich schon längst bei seinem ersten Scan seines Gegenübers erspüren können.
Es war definitiv nicht fair, aber wenn, dann Zwang ihn seine derzeitige Lage doch dazu, jeden Vorteil zu nutzen, der sich ihm offenbarte, um am Ende nicht zu unterliegen, denn das wollte offensichtlich niemand von ihnen in dieser Auseinandersetzung und zum Aufgeben war Matthew Michael Murdock auch gewiss nicht der Typ. Nein, vor Frank würde er definitiv nicht zu Kreuze kriechen und er wusste auch darum, dass der Ex Marine das auch gar nicht so haben wolle würde. Wer mochte schon ein Spiel, was viel zu schnell vorbei und entschieden war? Auf Dauer würde es nur langweilig werden, doch das traf gewiss nicht auf den Umgang dieser beiden Herrschaften miteinander zu, obwohl es sich immer und immer bei ihnen wiederholte, so als hätte die Schallplatte, die ihr beider Aufeinandertreffen beschreiben sollte, einen Sprung und würde immer wieder von vorne ansetzen, so als habe es das Gespräch und ihre Prügeleien zuvor nie gegeben.
Es wäre einiges natürlich nie so gekommen, wie es jetzt war, wenn sie nie aufeinander aufmerksam geworden wären, oder wenn sie einander wenigstens ignorieren hätten können, doch das war ihnen nicht wirklich vergönnt, denn während Frank diejenigen einfach nicht aus den Augen lassen konnte, die einen Faible dafür hatten, ihm und seinen Tätigkeiten in die Quere zu kommen, so würde Matt niemals so jemanden wie Frank einfach das durchziehen lassen, was dieser sich aufgrund seiner grauenvollen Vergangenheit zur Aufgabe gemacht hatte.
Es war ja nicht so, als könnte der Teufel von Hell’s Kitchen es nicht verstehen, was Frank dazu brachte, den Abschaum in den Tod zu schicken, denn beide hatten an die Grausamkeit der Menschheit die verloren, die ihnen etwas bedeuteten, doch es war nicht richtig, Leben zu nehmen, Gott zu spielen. Nein, Matt konnte es nicht mit sich vereinbaren, ihn machen zu lassen, denn er sah darin auch keine Lösung. Sie konnten zwar dann niemandem mehr Schaden zufügen, aber was tat ihr Ableben mit demjenigen, der den Abzug betätigte? Gewiss war Murdock kein Unschuldslamm, denn auch er richtete über andere, indem er ihnen immer wieder mit seinen Fäusten beikam, wann immer sie ihre Schritte zu weit setzten, aber dafür ging er ja auch zur Beichte, so hatte er es sich zumindest vor ein paar Tagen wieder einmal vorgenommen, nur um es dann doch wieder zu verwerfen, weil er sich schon lange nicht mehr darin bestärkt sah, es zu tun.
Da war der Drang dann doch stärker, an diesem Ort zu verweilen, auch wenn dieser ihm wiederum seine eigenen Vergangenheit so schmerzhaft vor die blinden Augen führte, weil der Geruch noch immer derselbe wie vor Jahrzehnten war, als sein Vater hier regelmäßig zum Boxen und Trainieren ein- und ausging. Doch es war eben einer der Orte, der ihm noch geblieben war, der ihn lehrte, zu entbehren, um beschützen zu können.
Damals hatte er es doch kaum verstehen können, was sein Vater da für ihn getan hatte. Auf Kosten seines Lebens hatte er ihm das Seine ermöglicht, doch manchmal wünschte sich der kleine Junge in ihm, Jonathan Murdock hätte einfach weitergemacht wie bisher, hätte den Kampf verloren, auf die kurzzeitige Euphorie verzichtet, die sowohl ihn als auch seinen Sohn durchflutet hatte, und wäre nun immer noch bei ihm. Aber das war pures Wunschdenken. Es hätte nur vermutlich niemals den Daredevil gegeben, der er nun zum jetzigen Zeitpunkt war. Ein gebrochener Mann, der sich mit einem ebenso gebrochenen Mann an dem Ort seiner schweren Vergangenheit einen Kampf lieferte, der beide Kontrahenten sehr bald an ihre Grenzen führen würde, sollten sie den Tanz ihrer verschwitzten Körper weiter vollführen wollen.
Matthew selbst spürte das Brennen seines eigenen Körpers und kurz ließ er den Gedanken zu, dass er seine Möglichkeiten doch schon längst ausgespielt hatte, aber sein Fokus blieb trotzdem ungehindert auf Frank Castle, dessen Schmerzenslaut in seinen Ohren klingelte und wachsamer machte, denn dass es Frank noch wütender machen würde, stand für ihn außer Frage, doch zunächst war er selbst damit beschäftigt, aus dem geholten Schung wieder in einen ansatzweise festen Stand zu gelangen, während Franks Metabolismus verrückt zu spielen schien. Schmerzen trieben den Puls immer an und auch der dieses Mannes, den man nicht so leicht ins Wanken bringen konnte, erhöhte sich deutlich und strahlte Hitze aus, die er auf der Haut spüren konnte, als würde man ihm eine Wärmflasche auflegen.
Gerade als er nun Fuß auf dem Boden fassen konnte, fühlte und hörte er die Bewegung seitens des Punishers, der zum Gegenangriff überging, dabei mit seinem unversehrten Arm ausholte und es einfach darauf abgesehen hatte, ihn mit besonders viel Wucht zu treffen.
Der Teufel war ein menschliches Wesen, was zwar vor Fehlern absolut nicht geweiht, aber durchaus der Fähigkeit des Lernens mächtig war, sodass er die Gewichtsverlagerung als solche erkannte und das erneute Ziel mit einer Seitwärtsdrehung und dem Untertauchen seines eigenen Körpers aus der Schusslinie holte und dabei selbst einen Tritt in Richtung Knie seines Gegners ausführen wollte.
Es blieb ihm auch nichts anderes übrig. Wollte er das hier überstehen, musste er den viel kräftigeren Mann zu Fall bringen, egal wie schwierig das auch sein möchte.

@Frank Castle



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